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Vielfältiges Lernen unter einem Dach

Von Helene Kurz

Politik

Das Schulzentrum Friesgasse ist die Schule des Monats. | Vernetzung von einigen Schultypen. | Gelungener Umgang mit Konflikten. | Wien. Bunt, freundlich und einladend präsentiert sich das Schulzentrum Friesgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk, das von der Fachjury der "Wiener Zeitung" zur Schule des Monats September gekürt wurde. Genauso vielfältig und farbenfroh ist auch das Schulangebot: Kindergarten, Volksschule, Kooperative Mittelschule, Gymnasium, Realgymnasium, Handelsschule und ein HAK-Aufbaulehrgang sind unter einem Dach vereint.


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Das Schulzentrum Friesgasse ist zwar eine konfessionelle Privatschule, steht aber allen Kindern offen, betont Schwester Karin Kuttner, Leiterin des Schulzentrums. Es werden rund 40 verschiedene Sprachen gesprochen und 20 Religionen ausgeübt. Diese multikulturelle und religiöse Vielfalt der Schüler ist Teil des pädagogischen Konzepts, das ganz auf die Vernetzung der einzelnen Schultypen setzt.

Kängurus, Koalabären

Bereits im Kindergarten lernen die Kinder spielerisch die Angst vor dem Fremden zu minimieren. "Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass Jugendliche Toleranz lernen", sagt die Schulleiterin überzeugend. "Nur starke Persönlichkeiten können etwas ändern." Jedes Jahr widmet sich der Kindergarten einem anderen Thema. Dieses Jahr dreht sich alles um Australien, Kängurus und Koalabären.

"Unsere Klientel sind die ärmeren Kinder, die sonst keinen Zugang zu Bildung haben", erklärt die Schulleiterin der "Wiener Zeitung". "Armut kann nur durch Bildung bekämpft werden", fügt sie hinzu. In der Volksschule (VS) wird daher versucht, die unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder auszugleichen, sagt VS-Direktorin Charlotte Weinwurm.

In punkto Unterricht beschreitet die Handelsschule (HAS) seit 2002 einen besonders "coolen" Weg: Im Rahmen des Projekts "Cool" ("Cooperatives, offenes Lernen") sollen selbstverantwortliches Arbeiten und die Teamfähigkeit gefördert werden. Jede Woche wird ein Soll-Plan erstellt, der von den Schülern individuell bearbeitet werden kann. So sollen Zeitmanagement und Selbstorganisation trainiert werden, erklärt die Direktorin der Handelsschule, Annette Höfferl.

Konflikten begegnen

Ein Horrorszenario: Zwei Schüler prügeln sich krankenhausreif. Um einen weiteren Vorfall wie diesen zu verhindern wurde 2001 ein Mediationsprojekt an der Handelsschule gestartet. Schüler werden zu Mediatoren ausgebildet und versuchen bei Konflikten und Streitereien zu vermitteln. Es darf Konflikte geben", sagt Höfferl, "die Frage ist, wie man damit umgeht".

In der Friesgasse wird sehr großer Wert auf soziales Engagement gelegt: Musicals, Schulbälle, Weihnachtsbazare und Sammelaktionen gehören zum Schulbetrieb einfach dazu. Besonders stolz sind die Schüler auf die Tsunami-Spendenaktion, durch die der Bau eines Hauses auf Sri Lanka finanziert wurde, erwähnt AHS-Schulsprecherin Glory Sebastian.

Die ersten Tage zu Schulbeginn sind für das Kennen lernen reserviert. In dieser Zeit erarbeiten Lehrer und Schüler gemeinsam Verhaltensregeln. "Wir haben einen guten Bezug zu unseren Lehrern", meint Bettina Laschke, stellvertretende Schulsprecherin der AHS. "Wir sind wie eine Familie", fügt Mario Gaß hinzu. Wie könnte man das Schulzentrum mit einem Wort beschreiben? "Unglaublich" trifft es am Besten, findet Boris Bjekic.