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VIG nimmt neue Zukäufe ins Visier

Von Karl Leban

Wirtschaft

Heimischer Versicherungsriese hat seit 2000 gut 40 Gesellschaften geschluckt.


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Wien. Der neue Chef der Vienna Insurance Group (VIG), Peter Hagen, will der Akquisitionspolitik seines Vorgängers, Günter Geyer, treu bleiben. "Wir werden weiterhin kleine bis mittelgroße Versicherer kaufen", stellte er am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten klar. Wäre die VIG heuer bei der polnischen Warta zum Zug gekommen, so wäre dies die bei weitem größte Akquisition in der Konzerngeschichte, aber auch die Ausnahme der Regel gewesen.

Unter Österreichs Versicherern ist die aus der Wiener Städtischen hervorgegangene Vienna Insurance Group die Nummer eins, in Osteuropa gilt sie heute ebenfalls als Branchenprimus. Diese Marktpositionen hat sie sich unter anderem auch durch zahlreiche Übernahmen verschafft. So sind seit Anfang 2000 mehr als 40 Gesellschaften, hauptsächlich in Osteuropa, zugekauft worden.

Heuer hat die VIG, die im Vorjahr auf 8,9 Milliarden Euro Prämieneinnahmen kam und insgesamt rund 25.000 Mitarbeiter beschäftigte, bisher eine Akquisition ins Trockene gebracht. In Mazedonien erwarb sie fast 75 Prozent an der QBE Makedonija. Für weitere Übernahmen ist Neo-Chef Hagen offen - "da, wo es wettbewerbsrechtlich für uns noch möglich ist und wo es etwas zu kaufen gibt".

Aktuell prüft die VIG "zwei bis drei kleinere Zukäufe". Laut Hagen geht es dabei um Preise in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe. Nach geeigneten Objekten wird jedoch laufend Ausschau gehalten. "Aufrüsten" will Hagen vor allem in Polen, der Ukraine, Rumänien, Bulgarien und dem Baltikum, wo er mittel- bis langfristig die größten Wachstumschancen sieht. Für neue Zukäufe scheint die Kriegskasse mit rund 1,5 Milliarden Euro (so wie zu Jahresbeginn) jedenfalls gut gefüllt zu sein.

Warum sich in Osteuropa immer wieder Gelegenheiten für Akquisitionen bieten, hat für Hagen zwei Gründe: zum einen, wenn lokale Versicherer an ihre Finanzierungsgrenzen stoßen, und zum anderen, wenn sich ausländische Eigentümer wegen eigener Probleme aus einer osteuropäischen Tochter zurückziehen müssen.