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Linzer Projekt wird mit Aufwertung des tertiären Bildungssektors junktimiert.
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Wien. "Wer Visionen hat, braucht einen Arzt", soll der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky gesagt haben. Nun dürften die oberösterreichischen Visionen zu vielen Ärzten, nämlich zur Schaffung einer Medizin-Fakultät an der Johannes-Kepler-Universität in Linz führen. Die neunköpfige Hochschulkonferenz gab dafür am Mittwochnachmittag grünes Licht - unter gewissen Bedingungen. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle will auf sein Beratungsgremium hören. Sollte der Ministerrat dem Gesamtpaket, das die Errichtung der Fakultät mit einer Aufwertung des gesamten tertiären Bildungssektors junktimiert, zustimmen, steht das Projekt auf Schiene.
Dabei hatte noch vor der Sitzung Erhard Busek, Vorsitzender des Universitätsrats der Wiener Medizin-Uni, Bedenken angemeldet: "Wir bedauern nicht nur das Fehlen jeglicher sachlicher Diskussion über einen künftigen Medizinischen Universitätsstandort Linz, wir sind darüber vielmehr in höchstem Maße entrüstet."
Nicht weißer Rauch, sondern der vorzeitig die dreieinhalbstündige Sitzung verlassende Vertreter des Wissenschaftsrates, Reto Weiler, kündigte deren Ende und Ausgang an. Für die Zustimmung zur neuen Fakultät werde es eine Reihe von Bedingungen geben. Eine davon werde sein, dass eine national und international besetzte Gründungskommission eingesetzt wird und der österreichische Wissenschaftsrat den Planungsprozess begleitet.
Minister Töchterle gab dann "mit Freude" das Ja der Hochschulkonferenz bekannt, aber auch, dass diese die Linzer Medizin-Fakultät nur dann befürworte, "wenn von der Bundesregierung gleichzeitig mit einer allfälligen Artikel-15a-Vereinbarung beschlossen wird, dass sie Teil einer Gesamtstrategie zu einer umfassenden dynamischen Entwicklung und Stärkung des tertiären Sektors und der Forschung in Österreich ist". Daran geknüpft sind unter anderem zusätzliche Mittel für Universitäten ab 2016 sowie ein neuer Fachhochschulentwicklungs- und -finanzierungsplan. Zu den weiteren geforderten Maßnahmen gehört eine Untersuchung der möglichen Auswirkungen auf die Quotenregelung bei den Medizinanfängerplätzen.
Schmidinger beeindruckt
Heinrich Schmidinger, der gegenüber dem Projekt bisher sehr skeptisch eingestellte Präsident der Universitätenkonferenz, zeigte sich im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" von der Präsentation des Projekts beeindruckt: "Man muss das enorme Engagement des Landes Oberösterreich und die großen Anstrengungen der Uni Linz, die von sehr hohem Qualitätsbewusstsein getragen sind, wirklich anerkennen." Unter den genannten Prämissen habe er daher zustimmen können.
Die Größenordnung der zusätzlichen Gelder, von denen seine Zustimmung im Ministerrat abhängt, konnte Töchterle noch nicht nennen. Bis zum Beschluss im Ministerrat (nächste Termine: 22. Juli oder 13. August) will er die Zahlen konkretisieren.
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