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Dem Menschen ist die Fähigkeit zum komplexen Denken gegeben, also sollte er sie nutzen: Unter dieses Motto hat der Unternehmer, Manager und Wissenschafter Prof. DI Günter Koch nicht nur sein Leben gestellt, sondern auch ein "Visioning Workshop" der Austrian Research Centers (ARC), deren Geschäftsführer er bis vor einiger Zeit war. Gemeinsam mit einem anderen bekannten und erfolgreichen Querdenker, Dr. DI Klaus Woltron, präsentierte er vergangene Woche die nun in gedruckter Form vorliegenden Ergebnisse des Workshops.
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Was tut Not in Zeiten, "in denen Berichte vom Arbeitsplatzabbau, der globalen Verlagerung von Arbeitsplätzen, von der erlahmenden Kraft der europäischen Industrie und ihrer Unfähigkeit zur Lösung komplexer Probleme beherrschen"? Ausgehend von dieser Frage - die von "Machern" wohl mit dem Stereotyp "nicht fantasieren, sondern dringende Probleme identifizieren, angehen und beheben" beantwortet würde -, nimmt Koch einen erfreulich weiter reichenden Standpunkt ein. Gerade in Zeiten, "in denen Rezession und Depression die Menschen unlustig stimmen", seien, so Koch, "antizyklisch bessere Perspektiven gefragt". Es braucht also Visionen auf realer Basis.
"Visioning als eine auch in der Wirtschaft anerkannte Methode für das Forschungsmanagement, sowie das, was beim Visioning im Ergebnis als Szenarien herauskommt, setzt durch diese Publikation absichtsvoll den Punkt, dass gute Forschung nicht eine Frage der ständig zum Politikum erhobenen Strukturen der Forschungsorganisationen, sondern vielmehr der besten Ideen, der besten ForscherInnen und der besten Umsetzung der Ideen in Ergebnisse ein muss", so Koch.
Der mit der Veröffentlichung der Broschüre "Visioning Workshop der außeruniversitären Forschung in Österreich" vorgelegte "Bericht zur Zukunft" spannt in diesem Sinn einen inhaltlichen Bogen von bereits vorhandenen Technologien bis zu noch weit in der Zukunft liegenden Projekten. Markiert ist er durch die Rahmembeiträge von Koch und Woltron, die damit u. a. ganz bewusst einen Kontrapunkt vor allem "gegen die unselige, weil Energie- und Ressourcen-verschwende Diskussion einer Reform der Forschung ausschließlich in ihren Strukturen und Organisationsformen" (wie etwa die aktuelle Situation und Diskussion zur Errichtung eines "Hauses der Forschung" ebenso belege wie die öffentliche Bekundung eines Spitzenpolitikers, was denn anderes als Strukturen die Politik zu verändern vermöge) setzen.
Dies sei als Forschungspolitik getarnte "Kästchenschieberei", so Koch, der nicht nur aus ökonomischer Sicht für eine Optimierung der vorhandenen begrenzten Mittel eintritt, während Woltron im Hinblick auf das "Gesetz der Konstanz der Unzufriedenheit" auch moralisch-ethische Prinzipien zum "Rahmen, aus dem ein Bild entstehen soll" einmahnt.
Die Perspektive jeglichen Unternehmens (also auch der angewandten Forschung), sollte, so Woltron, immer auf zehn Jahre voraus gerichtet sein. Er nennt dazu als wesentliche Beispiele die Entwicklung neuer Technologien sowie die Nachteile, die der Fortschritt der letzten 250 Jahre mit sich gebracht hat und deren "Reparatur" (etwa im Umweltbereich) größtenteils ansteht.
Die in der Publikation dokumentierten Arbeitsergebnisse verstehen sich laut den Autoren keinesfalls als wohl strukturiertes Forschungsprogramm, sondern als Fülle von Anhaltspunkten zur Orientierung, wohin die Forschungsreise gehen kann. So ist es. (TIM Fachbuchverlag, A-3500 Krems, Tel. (0)2732 893 2301, E-mail: tim@donau-uni.ac.at )
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