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Vogelgrippe in französischem Zuchtbetrieb

Von WZ Online

Wissen

EU: Kein Grund zur Panik | Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Die Vogelgrippe hat erstmals einen EU-Zuchtbetrieb erreicht. Das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 ist bei bei verendeten Tieren in einem Betrieb in Ostfrankreich nachgewiesen worden. In dem Putenzuchtbetrieb in Versailleux waren mehr als 400 der 11.000 Tiere an der Krankheit verendet. Fünf Mitarbeiter des Betriebes werden präventiv medizinisch behandelt.


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In dem Unternehmen in ördlich von Lyon sind alle Puten getötet worden. Die betroffenen Gebäude werden desinfiziert. Bereits vor der Bestätigung des H5N1-Virus ist die Beobachtungszone auf 160 Gemeinden ausgeweitet worden.

Eine Untersuchung zur Bestimmung des Infektionsweges mit dem Virus sei im Gange. Die Puten seien nicht unter freiem Himmel, sondern in Gebäuden gehalten worden. Die ersten beiden Infektionen mit dem Virus H5N1 in Frankreich waren ebenfalls im Département Ain bei Wildenten festgestellt worden.

Entlassungen wegen Vogelgrippe

Der Rückgang der Geflügelnachfrage wegen der Vogelgrippe hat in Frankreich bereits zu Entlassungen geführt. Der Zuchtkonzern Gastronome Elevage kündigte 600 Zeitverträge, sein Konkurrent LDC reduzierte die Belegschaft um 800 Mitarbeiter. Die Exportfirma Tilly-Sabco will im März und April zwei Wochen Zwangsurlaub einführen. Die Auslandsnachfrage sei im Jahresvergleich um 30 bis 40 Prozent gefallen, heißt es. Vor allem aus dem Nahen und Mittleren Osten fehle die Nachfrage.

In Deutschland wurde indes ein neuer H5N1-Verdacht bestätigt. Die tote Bodensee-Ente starb ebenso wie die Vögel auf der Ostsee-Insel Rügen an der gefährlichen Variante der Vogelgrippe H5N1. Dies ergaben Untersuchungen des Friedrich-Löffler-Instituts. Auf Anordnung des Innenministeriums suchen nun Polizeihubschrauber das Bodenseeufer nach toten Vögeln ab.

Gesundheitsminister beruhigen

Experten befürchten, dass sich der Erreger H5N1 sich so verändern könnte, dass er sich auch von Mensch zu Menschen überträgt und so eine weltweite Epidemie mit Millionen Toten auslösen könnte. Das Virus hatte sich in den letzten Wochen von Asien aus weltweit ausgebreitet. Seit Ende 2003 sind rund 170 Infektionen beim Menschen bekannt geworden, 92 davon starben. In Europa ist bisher aber kein Krankheitsfall beim Menschen bekannt.

Bei einem informellen Treffen am Freitag in der Wiener Hofburg sagten die Gesundheitsminister der 25 EU-Mitgliedstaaten sowie Vertreter von Gesundheitsorganisationen, es bestehe kein Grund zur Panik - "aber wir müssen alle denkbaren Vorkehrungen treffen, damit sich die Geflügelpest nicht ausbreitet", erklärte EU-Kommissar Marcos Kyprianou.