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Volksgruppen fordern ihr "staatsvertragliches" Recht

Von Ina Weber

Politik

Nachdem am Donnerstag in fünf Ortschaften in Südkärnten zweisprachige Ortstafeln aufgestellt wurden, kam es in der Nacht auf Freitag in Schwabegg und Ludmannsdorf zu Zwischenfällen: Zwei Ortstafeln wurden beschädigt. Auch wurden drei der Ortsschilder von der Behörde falsch geschrieben.


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Auf dem Ortsschild in Schwabegg/Zvabek wurde der Hatschek über dem Z vergessen, in Windisch/Bleiberg/Slovenji Plajberg müsste es Plajberk heißen und Edling wurde mit Kajzaze statt Kajzeze übersetzt. Für den Stv. Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, Rudi Vouk, ein deutliches Zeichen dafür, wie mit den Volksgruppenminderheiten in Kärnten umgegangen würde. Nur wegen 40 Leuten zwei Familien mit Anhang gehe man in die Knie und lässt sich aufhussen, kritisierte er gegenüber der "Wiener Zeitung" den abgesagten Festakt in Schwabegg am Donnerstag. Bekannte Jugendliche hätten die Ortstafel in Schwabegg beschädigt und den nachträglich von der Gemeinde nur mit einem schwarzen Klebeband angebrachten Hatschek heruntergezogen. Die Tafeln seien mittlerweile korrekt aufgestellt worden, meldete die Gemeinde in Neuhaus.

Die Ortstafel in Ludmannsdorf wurde mit grauer Farbe besprüht. Allerdings steht diese Tafel schon sehr lange. Die drei neu aufgestellten Ortsschilder blieben unangetastet.

Vouk und der Präsident des Volksgruppenzentrums Marjan Pipp forderten am Freitag in einer Pressekonferenz mit weiteren Volksgruppenvertretern erneut die Erfüllung der Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes von 2001. Nach diesem müssten 800 Ortschaften in Kärnten zweisprachige Aufschriften erhalten, meinte Pipp. Derzeit seien lediglich weitere 14 Ortstafeln zu den 77 bereits stehenden geplant. Auch für Ingrid Konrad, Obfrau des Österreichischen-Slowakischen Kulturvereins sei die Situation in Kärnten Besorgnis erregend: Wenn Gesetze nicht umgesetzt würden, blieben Freiräume für die unterschiedlichsten Interpretationen, die oft zu Unruhe führten und Unmut stifteten. Die Obfrau des Kroatischen Kulturvereins im Burgenland, Zlatka Gieler erklärte, dass für die Kroaten im Burgenland ebenfalls noch nicht alles aus dem Staatsvertrag umgesetzt sei. So würden noch vier zweisprachige Ortstafeln fehlen, auch die Sprache sei im Schwinden.