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"Treffpunkt Kultur" am Montagabend (ORF 2) bot Interessantes und Erstaunliches. Interessant war das Interview mit Rudolf Berger, dem neuen Intendanten der Volksoper. Wenn der Schein des Fernsehens nicht trügt, ist das ein geschickter und gewandter Mann, der auf "Kommunikation zwischen Publikum und Bühne" Wert legt und selbst sehr kommunikationsfähig ist. Barbara Rett versuchte mehrmals, ihn mit Fangfragen aus der Reserve zu locken. Aber Berger erkannte alle Fallen und fiel in keine hinein: Setzt er mehr auf die alten Publikumslieblinge oder wird er neue Sänger und Sängerinnen aufbauen? Bergers Antwort: Beides natürlich. Und weiß er, dass sein Vorgänger Mentha in Wien auch deshalb gescheitert ist, weil er sich mit dem Staastsopern-Direktor Holender nicht vertrug? Berger lässt offen, ob er das weiß, und Menthas Tätigkeit kommentiert er mit keinem Wort. Aber zu Holender hat er schon lange ein gutes Verhältnis, da erwartet er sich keine Probleme. Und wie steht er zu dem Streit zwischen der Volksoper und der Erbin Marcel Prawys um den Nachlass des einstigen Volkstheaterdramaturgen? Da wird man eine Lösung finden, die alle zufrieden stellt. Wie gesagt, ein gewandter Mann, der selbst bestimmt, was er wann bekannt gibt. Wie sich seine Arbeit an der Volksoper gestaltet, muss man abwarten, sein Fernsehauftritt am Montagabend jedenfalls war professionell gekonnt. Erstaunlich hingegen war, dass der edel ergraute Omar Sharif in einem Interview berichtete, ein alter Mann wie er bekomme kaum noch Rollenangebote. Schützt denn nicht einmal Weltruhm vor dem Abstieg?
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