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Vollgepackt mit Tabus

Von Ina Weber

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Seit die US-amerikanische Serie "Six feet under - gestorben wird immer" vor genau zehn Jahren auf den amerikanischen Fernseh-Markt gekommen ist, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Die fünfte Staffel wurde im Jahr 2005 abgedreht, im deutschsprachigen Raum war die Serie seit 2007 zu sehen, der ORF ließ sie in der Donnerstag Nacht laufen und ZDFneo zeigt sie derzeit werbefrei. Trotzdem scheint sich die Serie in den Köpfen der Zuseher nicht einzuhaken. Mag es an den Auszeichnungen liegen - die meisten ausgezeichneten Serien und Filme werden eben prämiert, weil sie anders sind und nicht Quoten hinterherlaufen - oder an der Handschrift von "American Beauty"-Drehbuchautor Alan Ball, der auch für diese Serie die Feder schwang und dessen feinfühlige, subtile Art dem Zuseher in Serie zu langatmig scheint?


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Die Serie ist vollgepackt mit Tabus: Humor in einem Bestattungsinstitut, der Bruder, der sich als Homosexueller outet, der in einen Schwarzen verliebt ist, die Verlobte des älteren Bruders, die ihren Patienten mit der Hand befriedigt und der jede familiäre Beziehung einfach zu viel ist, die kleine Schwester, die aussieht wie ein Engel, aber drogenabhängig ist, die Mutter, die sich von allen im Stich gelassen fühlt. Jedes Thema wäre eine Serie für sich. So bleibt der familiäre Mikrokosmos zwar faszinierend gut gemacht, doch gibt es keine Identifikationsfigur für den Zuseher, die wie in anderen Serien neugierig auf mehr macht. Doch Ball - der Meister im Entblättern konventioneller Lebensweisen wird heute 54 Jahre alt - kann in Serie auch anders. So lieferte er die Idee zur Vampir-Horror-Serie "True Blood", die 2008 in den USA produziert wurde. Hier besteht auch für bisherige Vampir-Verweigerer absolute Suchtgefahr.