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Uniqa-Versicherung will sich noch heuer 700 bis 800 Millionen Euro holen.
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Wien. Angekündigt und vorbereitet ist er schon seit langem, der große zweite Börsegang der Uniqa. Jetzt soll er auch durchgezogen werden - und zwar noch heuer, wie der heimische Versicherungskonzern zu Wochenbeginn mitteilte. Geplant ist, im Zuge einer Kapitalerhöhung neue Aktien zu verkaufen und so an der Börse 700 bis 800 Millionen Euro einzusammeln.
Durch den zweiten Börsegang soll der Anteil der Streubesitzaktionäre "signifikant" steigen. Aktuell liegt er lediglich bei 6,9 Prozent (siehe Grafik). Das ist auch der Grund, warum die Uniqa-Aktie kaum gehandelt wird, nicht im Wiener Leitindex ATX notiert und ihr Kurs seit Jahren ein Schattendasein fristet.
Künftig könnte etwa ein Drittel der Uniqa-Anteile breit im Publikum gestreut sein, stellt man den angestrebten Emissionserlös und den derzeitigen Börsewert von 2,2 Milliarden Euro in Rechnung. Geplant ist jedenfalls, dass die Uniqa-Kernaktionäre bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen und ihre Anteile damit zugunsten eines höheren Streubesitzes verwässert werden. Wie bisher würden Raiffeisen, Austria Privatstiftung und Collegialität aber auch nach der Emission gemeinsam einen Mehrheitsanteil halten und das Unternehmen weiterhin kontrollieren.
Deutsche Bank und Morgan
Stanley im Bankenteam
Wann genau die Uniqa den zweiten Börsegang startet, ist vorerst noch unklar. Analysten gehen jedoch davon aus, dass er spätestens im November erfolgen müsse, soll er noch heuer unter Dach und Fach gebracht werden. Denn nach dem US-Feiertag Thanksgiving (Ende November) ist an den Finanzmärkten nicht mehr viel zu holen, heißt es. Die meisten Investorenprofis - vor allem im angelsächsischen Raum, von dem viel abhängt - haben ihre Bücher für die wenigen Wochen bis Jahresende dann schon zu.
Jederzeit startklar scheint die Uniqa aber bereits zu sein. Auch die Banken, die die Emission betreuen werden, sind mittlerweile zusammengetrommelt. Es handelt sich um die Deutsche Bank, Morgan Stanley und Raiffeisen Centrobank, die den Verkauf der neuen Aktien federführend managen sollen, und um Barclays, Berenberg und UBS, die hier quasi Assistenz leisten. Zusätzlich hat die Uniqa den US-Finanzspezialisten Keefe, Bruyette & Woods (KBW) als Berater engagiert.
Neue in- und ausländische Investoren anlocken will Uniqa-General Andreas Brandstetter mit einer Wachstumsstory in den Hoffnungsmärkten Osteuropas, die es noch zu schreiben gilt und für die der Konzern frisches Geld benötigt. So soll die Kundenzahl (inklusive Österreich) im Vergleich zum Jahr 2010 auf 15 Millionen bis 2020 verdoppelt werden. Akquisitionen sowie der Ausbau des Vertriebs sollen dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. Zuletzt hatte die Uniqa nach eigenen Angaben rund neun Millionen Kunden, davon 3,2 Millionen in Österreich. In Osteuropa, wo sie in insgesamt 15 Ländern präsent ist, rangiert sie momentan nur an siebter Stelle. Als dortiger Branchen-Primus gilt die Vienna Insurance Group ("Wiener Städtische").
Schon im Vorjahr gab
es eine Kapitalerhöhung
Hand in Hand mit dem geplanten Wachstum sollen auch die Gewinne der Uniqa künftig steil nach oben klettern. 2015 will das Unternehmen vor Steuern deutlich mehr als eine halbe Milliarde verdienen. Zum Vergleich: 2012 waren es gut 205 Millionen Euro, nachdem im Jahr davor mit einem Minus von 322,3 Millionen Euro wegen teurer Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen der erste Verlust in der Konzerngeschichte geschrieben worden war.
Um profitabler zu werden und sich damit auch für die Börse herauszuputzen, hat die Uniqa vor mehr als zwei Jahren begonnen, sich neu aufzustellen. Diese Reorganisation ist mittlerweile de facto abgeschlossen.
Neben einem Personalabbau in der Verwaltung und einer Vereinfachung der Konzernstruktur ist demnach auch der Verkauf der Hotel- und Medienbeteiligungen sowie der defizitären deutschen Mannheimer-Versicherung bereits abgehakt. Mit den Verkäufen sollte das als großer Bauchladen geltende Beteiligungsportfolio "entrümpelt" werden. Vorstandschef Brandstetter sieht die Uniqa nun auf ihr eigentliches Geschäft konzentriert, auf das Versicherungsgeschäft in Österreich und Osteuropa.
Übrigens: Schon im Vorjahr hat der Konzern die Börse angezapft und sich über den Verkauf neuer Aktien 500 Millionen Euro geholt. Doch damals haben nahezu ausschließlich die Kernaktionäre gezeichnet. Mit einem Teil des Geldes kaufte die Uniqa bei drei Osteuropa-Töchtern die Minderheitsaktionärin EBRD, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, aus.

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