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In der Ö1 Fünf-Minuten-Reihe "Chronisten, Reporter, Aufklärer" wurde am Samstag Hellmuth Bock (†1993) kurz porträtiert: Vollblut-Journalist, von Gerd Bacher 1967 ernannter langjähriger Leiter der Radio-Hauptabteilung "Aktueller Dienst", Erfinder der Radio-Journale, Leiter der ORF-internen Berufsausbildung (und 1974/75 mein Lehrer in der Lehrredaktion Rundfunk an der Publizistik). An seine auch im Porträt zitierte Maxime "Guter Journalismus muss gerade im Radio sprachlich einwandfrei sein" musste ich dann am Sonntag denken, als ich in der ersten Ausgabe des Ö1 Kulturquiz' "gehört.gewusst" Mirjam Jessa mit unnatürlicher, bemüht fröhlicher und zum Überschlagen neigender Sprudelstimme moderieren hörte. Etwas später präsentierte sie dann mit wieder "stimmiger" Stimme ein "Spielräume spezial" über die urgewaltigste Stimme der Rockmusik überhaupt: über Janis Joplin, die jetzt 60 wäre, wäre sie nicht mit 27 an einer Überdosis Heroin, oder - wie Eric Burdon meinte - an einer Überdosis Janis gestorben. Nach dieser Sendung war die Welt für mich wieder in Ordnung, das Radio lief weiter, ich hörte nicht wirklich zu. Bis mich folgender, sinngemäß wieder-gegebener Satz aus der Beschaulichkeit riss: "In der Zeit vor Bacher sei der Österreichische Rundfunk von Freimaurern und CV-lern dominiert gewesen, und die hätten
jeden Fortschritt verhindert"! - Aufgeschreckt durch diesen Sager von eher fragwürdigem Niveau, schaute ich nach, welcher Sender eingestellt sei: Ö1. Und kurz darauf hörte ich, dass hier Radio-Kulturchef Alfred Treiber gesprochen hatte, in "Chronisten, Reporter, Aufklärer". - Ich kann eine gewisse Verstörung und Ernüchterung nicht verhehlen.
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