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Von beschränkter Relevanz

Von Christian Mayr

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Wenn am 14. Juni in Bordeaux mit dem Spiel gegen Ungarn für Österreich die Euro 2016 angepfiffen wird, wird das jüngste Testspiel gegen die Türkei keine Relevanz mehr haben. Angesichts dessen, was sich am Dienstag im Prater alles abgespielt hat - beziehungsweise in der zweiten Hälfte nicht mehr abgespielt hat -, sind jedwede Rückschlüsse auf die wahre Stärke der österreichischen Mannschaft reine Spekulation. Ein zwar technisch starker und ballsicherer, aber zweikampfschwacher und offensiv harmloser Gegner wurde durch einen dummen Tormannfehler in Führung und letztlich zum Sieg geschossen; danach gab es bis auf zwei, drei Torchancen der Elf von Marcel Koller viel Zeitschinden der Türken und noch viel mehr Wechsel, was den Spielfluss komplett zum Versiegen brachte und sogar den Österreichern die Lust auf den Ausgleich zu verderben schien. Eine solche Situation wird es wohl in Frankreich nicht geben, da wird nicht nur von Beginn die absolute Einserelf einlaufen, sondern auch bedingungslos bis zum Schlusspfiff gekämpft werden - selbst bei einem Vorsprung. Die wahre Erkenntnis dieser beiden Tests gegen Albanien und die Türkei ist wohl, dass derart leichtfertig produzierte Fehler im Ernstfall vermieden werden müssen. Oder wie Koller sagte: "Besser es passiert jetzt als bei der EM." Da ist Österreich übrigens in guter Gesellschaft der Weltelite, die in den zurückliegenden Testspielen viel Licht und Schatten offenbarte: Wie Deutschland (4:1-Triumph über Italien nach 2:3-Schmach gegen England), Portugal (2:1-Sieg gegen Belgien nach 0:1-Blamage gegen Bulgarien), England (1:2-Heimpleite gegen Oranje nach dem Deutschland-Triumph) und Spanien (zwei magere Remis gegen Italien und Rumänien).

Doch auch all das hat ab 12. Juni keine Relevanz mehr.