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Von der Fifa wenig Neues

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Wie war das eigentlich mit dem Reformprozess im Weltfußballverband Fifa? Seit vielen Jahren wird er beschworen, einiges wurde schon umgesetzt, doch mit der Festnahme hochrangiger Funktionäre beim Kongress im Mai ist der Druck deutlich gestiegen. Nun machte Domenico Scala, Chef der Audit- und Compliancekommission, Tempo - und seine Vorschläge öffentlich. Der Zeitpunkt, nur wenige Tage, bevor die US- und Schweizer Behörden über den Stand der Ermittlungen Auskunft geben, war gut gewählt, die Spannung aber endenwollend und ein Großteil des Achtpunkteplanes schon bekannt. Unter anderem fordert Scala die Aufteilung des Exekutivkomitees in ein Governing und ein Management Board, die Wahl der Mitglieder durch den Kongress, einen Integritätscheck für alle hochrangigen Funktionäre sowie eine Amtszeitbeschränkung auf maximal drei Perioden à vier Jahre. Das klingt sinnvoll, Käuflichkeit würde dadurch zwar nicht verhindert, die Chance aber durchaus gemindert. Jene darauf, dass die Vorschläge allesamt angenommen werden, ist allerdings nicht sonderlich groß. Zunächst muss eine Reformkommission, deren Mitglieder bisher eher nicht im Ruf standen, große Modernisierer zu sein, konkrete Punkte ausarbeiten, über diese muss dann schließlich der Kongress abstimmen. Und dass dessen 209 Mitglieder alle erfreut in die Hände klatschen, ist unwahrscheinlich. Schon einmal wurden eine Amtszeitbeschränkung und eine Integritätsprüfung abgeschmettert. Und auch die Hoffnung, mit einem neuen Präsidenten werde sich alles zum Besseren wandeln, kann man vergessen. Michel Platini konnte sich bisher ebenfalls nicht als großer Reformer hervortun. Würden Scalas Vorschläge schon jetzt gelten, hätte er 2014 nach zwölf Jahren im Exekutivkomitee seinen Platz räumen müssen. Stattdessen dürfte er nun neuer Präsident werden. Willkommen in der neuen, alten Fifa-Welt.