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Von Gurken und Hunden

Von Peter Bochskanl

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In der Saure-Gurken-Zeit haben auch im ORF-TV sensationelle, aber sofort von den Betroffenen wieder dementierte und damit je nach Standpunkt bestätigte oder widerlegte Behauptungen Hochsaison. Auch in der Vorwoche funktionierte das System: "Profil" und "Falter" recherchieren, und die "Zeit im Bild" macht daraus meist ohne jede Eigenrecherche schön bunte Beiträge.


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Zuvor wurde das Sommerloch mit einem neuen Aufguss in Sachen Grasser-Buwog zu stopfen versucht, dann kamen Haiders Konten in Liechtenstein oder der Schweiz, die bisher noch nicht wirklich gefunden wurden. Am Wochenende dann die angeblich dokumentarische Untermauerung des Jahre alten Gerüchts, Haider habe von Saddam Hussein Millionen bekommen. Was natürlich postwendend vom damals mitreisenden BZÖ-EU-Mandatar Stadler dementiert wurde.

Ausgangspunkt der Gerüchteserie war eine Notiz im beschlagnahmten Tagebuch von Haider-Intimus Meischberger, Haider habe Millionen - allerdings von Gaddafi - erhalten. Was der Autor sofort nach Bekanntwerden zum Gebilde seiner Fantasie erklärte. Das wiederum erinnert an einen Grubenhund. Nicht an ein falsch geschriebenes Bergwerksfahrzeug, sondern die Methode, Medien Falschmeldungen unterzujubeln. Den Begriff prägte der Ingenieur und Schriftsteller Arthur Schütz im Jahr 1911 mit seiner von der "Neuen Freien Presse" abgedruckten Zusendung, sein "schlafender Grubenhund" sei schon eine halbe Stunde vor dem damaligen Beben unruhig gewesen.

Heute fragt man sich, ob Grubenhunde je Auftrittsverbot im TV bekommen.