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Er hat ein "politisches Erdbeben" angekündigt. Und er hat wohl Recht behalten. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat nun Mario Canori als blauen Spitzenkandidaten für die Kärntner Landtagswahl am 1. März präsentiert. Er hat damit zumindest heftig sprudelnde Geysire in der orangen Landschaft ausgelöst. Denn Canori gilt als enger Vertrauter Jörg Haiders, ist er doch Präsident des SK Austria Kärnten, jenes Fußballvereins, den Haider gleichsam erfunden hat. Dass mit dem Tod Haiders nun dessen Baby nicht mehr gefüttert wird, hat Canori ja auch offen als einen der Gründe für seinen Farbenwechsel angeführt. | Die Kandidatur Canoris wird das BZÖ wohl unter gewaltigen Zugzwang bringen. Denn der smarte 44-jährige Manager könnte den eher hölzern wirkenden BZÖ-Interims-Landeshauptmann Gerhard Dörfler leicht alt aussehen lassen. Vielleicht kandidiert - in fast zwingend logischer Konsequenz - also doch gleich Landesparteichef Uwe Scheuch für die Orangen.
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Ein weiteres personelles Fragezeichen ist Claudia Haider. Die Witwe des Landeshauptmanns lehnte zwar bisher vehement ein politisches Engagement ab, wird aber von beiden Parteien heftig umworben. Als trauernde Landesmutter wird sie bei der Kärntner Bevölkerung wohl am ehesten Anerkennung als Erbin Jörg Haiders finden.
Denn das ist wohl der entscheidende Faktor der kommenden Wahl: Jörg Haiders Erbe. Dabei geht es gar nicht so sehr um die Parteifarbe, sondern eher um Haiders Charisma, die Pflege seines Andenkens und darum, der Bevölkerung den verloren gegangen Landesvater zurückzugeben. Das legen die Kondolenzeinträge im Internet nahe, auch zeigt ein Vergleich der Wahlergebnisse des Bundes-BZÖ - einmal mit und einmal ohne Haider -, dass es immer um die Person Haiders gegangen ist.
Der Bruderkrieg in Kärnten steht wohl erst am Anfang, doch eines zeigt sich jetzt schon: Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Und das ist in diesem Fall die SPÖ, liegt sie doch laut einer Sora-Umfrage bei 38 Prozent (gegenüber 33 im April). Das BZÖ hat Zustimmung verloren; es sank von 44 auf 41 Prozent.
Ein Sieg der SPÖ wäre wohl auch ein "politisches Erdbeben", wenn auch nicht in Straches Sinn.
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