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Wachstum nicht nur in Russland

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Startschuss für Österreichs heuer größten Börsengang. | Aktie kommt in Wiener Leitindex. | Wien. "Viel Neues kann ich Ihnen nicht berichten, von den goldenen Zukunftsaussichten darf ich ja gar nicht reden, die Anwälte sind streng", sagt Strabag-Chef und -Dritteleigentümer Hans Peter Haselsteiner und verweist auf die gut 30 Seiten lange Risikenauflistung im insgesamt - inklusive Finanzdaten - an die 300 Seiten umfassenden offiziellen Prospekt zum Start von Österreichs bisher größtem Börsengang.


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Der war eigentlich schon für April angesetzt, aber damals wegen des russischen Großindustriellen Oleg Deripaska, der für 30 Prozent der Strabag 1,2 Mrd. Euro auf den Tisch legte, kurzfristig abgeblasen worden.

Schon damals hatte Haselsteiner betont: "Wenn jemand in Aktien investieren will, dann findet er bei uns eine gute Börsenstory". Man habe die Bauleistung von 2000 bis 2006 verdreifacht, den Auftragseingang und den Ertrag noch stärker gesteigert; man habe starke Wachstumsperspektiven im nach wie vor boomenden Zentral- und Osteuropa; man werde vor allem auch im größten Markt, in Deutschland, wo man während der langen Krisenphase zur unbestrittenen Nummer 1 der Branche aufgestiegen sei, jetzt vom "unaufhaltbaren" dortigen Aufschwung profitieren.

Das gilt alles auch im Oktober noch - aber die "Börsenstory" der Strabag wird von den meisten internationalen Analysten jetzt noch besser eingeschätzt als vor einem halben Jahr: Denn durch den Einstieg Deripaskas hat man eine noch bessere Ausgangsposition in der rasant wachsenden russischen Bauindustrie bekommen. "Dort ist die Frage nicht, welche Aufträge wir bekommen, sondern welche wir annehmen wollen", sagt Haselsteiner und sieht große Chancen in St. Petersburg, Moskau, Jekaterinenburg und vor allem im "Deripaska-Land" Sotschi, wo die Investitionen bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 mit bis zu 30 Mrd. Euro doppelt so hoch ausfallen dürften, wie bisher geschätzt. Russland - auf das 2006 erst 2 Prozent der rund zehn Milliarden Euro Strabag-Bauleistung entfielen - könnte noch "zu meiner aktiven Zeit" zu einem der drei größten Strabag-Märkte werden, sagte Haselsteiner.

Der Erlös aus dem Börsengang soll aber nicht nur nach Russland fließen. Investiert wird auch in den Straßenbau und andere Wachstumssegmente in West- und Zentraleuropa - wie Umwelttechnik und Eisenbahnbau -, sowie den Ausbau der "extrem wichtigen" eigenen Rohstoffbasis, sprich Zementwerke und Kiesgruben.

Wie wichtig ihm, der nie ein Hehl daraus gemacht hat, dass ein Börsengang auch Nachteile bringt - "ein enormer bürokratischer Aufwand" - der Erfolg der Aktie ist, dokumentiert er mit dem Verzicht auf die Sperrminorität für sich und seine Gruppe. Damit der Aufnahme in den Leitindex ATX nichts im Wege steht (ein Kriterium dafür ist mehr als 25 Prozent Streubesitz) zieht er sich auf 25 Prozent minus drei Aktien zurück. Er ist sicher: "Die industrielle Führung nimmt mir keiner weg".

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