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Wachstumsoffensive für Ein-Personen-Firmen

Von WZ-Korrespondent Wolfgang Tucek

Wirtschaft

EPU sind langlebig aber bleiben klein. | WKW-Präsidentin im WZ-Gespräch. | Brüssel. Die Gründungen von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) boomten, erklärt Brigitte Jank, Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer (WKW), im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Allerdings wirke sich die Gründerwelle "beschäftigungsmäßig nicht so aus, wie erwartet." Der Grund: Zwar gebe es nach fünf Jahren in Wien noch immer mehr als 90 Prozent der neu gegründeten EPU, sie blieben aber weitgehend ohne Angestellte. Das liege zum Teil daran, dass die Kunden "auf die persönliche Qualifikation" des Unternehmers zurückgreifen wollen, beziehungsweise fähige Angestellte umgehend ihren eigenen Betrieb eröffneten.


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In einer Studie, die demnächst offiziell vorgestellt werden soll, hat die Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) die Gründe für den Weg in die Selbstständigkeit und die darauf folgenden Probleme erhoben. Auf deren Basis plane die WKW ein maßgeschneidertes Paket zur Wachstumsförderung der EPU, erläutert Jank. Es gelte, die soziale Absicherung der betroffenen Unternehmer zu gewährleisten, ihnen den Zugang zum Markt zu erleichtern und deren Weiterbildung zu fördern.

Denn allein in Wien seien von 9200 Neugründungen 2006 "ganz grob" um die 50 Prozent EPU. Dass viele davon in die Selbstständigkeit gezwungen worden seien, sieht Jank nicht. 75 Prozent der Befragten hätten Eigenmotivation und den Wunsch "ihr eigener Herr zu sein" als Grund für die EPU-Gründung angegeben. Doch die Stabilität des Einkommens könne rasch gefährdet sein, weil es noch "keine Gleichstellung mit anderen Unternehmern oder unselbstständig Beschäftigten" gebe. "Problemlagen spitzen sich sehr rasch zu": Im Fall von Krankheit, Unfällen oder Mutterschaft fallen die Einnahmen weg, die Kosten des Betriebes laufen aber weiter.

Betriebshilfemodell

Die WKW habe daraufhin gemeinsam mit der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft ein so genanntes Betriebshilfemodell ins Leben gerufen. Der Einsatz von ehemaligen Unternehmern oder Profis von Leiharbeitsfirmen sollen diese Problemlagen abfedern. 2006 seien bereits 30 solche Einsätze erfolgreich durchgeführt worden, "das Potential ist aber um einiges höher".

Für den verbesserten Marktzugang sollen Netzwerke und Plattformen forciert werden, um den potentiellen Auftraggebern das Angebot aufzubereiten. So habe etwa ein Designwettbewerb 2005 für die Weihnachtsbeleuchtung von sechs Wiener Straßenzügen zu einem Zuschlag für EPU geführt.

Zusätzlich sollen Weiterbildungsangebote unternehmerische Schwächen der Einzelunternehmer ausgleichen. "Das Grundhandwerkszeug der Unternehmer fehlt manchmal", meint Jank - etwa bezüglich Management oder steuerlichem und rechtlichem Wissen.