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Wann genau geht die Welt unter?

Von Bernhard Baumgartner

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Es sind nicht immer die grundsätzlichen Fragen, die das Fernsehen heute verhandelt. Aber rund um das "magische" Datum 21. Dezember 2012 wird das Fernsehen grundsätzlich. Sehr grundsätzlich. Die Frage ist nur: Wann. Denn es herrscht Unklarheit, wann genau jetzt die Welt untergeht, im Hauptabend oder im Nachtprogramm - und ist das jetzt der Maya-Hauptabend oder der bei uns in Europa? Da können die Maya-Forscher noch so unverdrossen in Interviews beteuern, dass das mit dem Weltuntergang ein längst widerlegter, großer Irrtum ist und bloß weil unser Tischkalender nach einem Jahr endet, auch nicht gleich die Welt untergeht, sondern eben ein neuer Tischkalender gedruckt wird. Aber wenn die Herde der Programmplaner dem Ende aller Tage entgegenfiebert, dann ist eben mit historischen Kollateralschäden zu rechnen. Klar, dass da der Genre-Klassiker "2012" (RTL2) nicht fehlen darf - aber wer mag es dem Boulevardsender verübeln, wenn sogar das ZDF die "lange Nacht der Katastrophen" ausruft. Auch Arte stimmt in den Endzeitchor ein und ruft "Das Ende der Menschheit" aus, bevor man sich die bange Frage "Kommt die Apokalypse?" stellt. Sicherheitshalber entschied man sich bei Servus TV, den finalen Reigen schon am Donnerstagabend einzuleiten (man weiß ja nie . . .). "Zeitbombe Klima" und danach die Doku "Catastrophe" lässt alle Hoffnung fahren. Gibt es gar kein Entrinnen aus der kollektiven Angst? Doch: Beim ORF herrscht "Business as usual". Selten so über "Was gibt es Neues?" gefreut!