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War Europa schon einmal ein Markt?

Von Heiner Boberski

Wissen

Situation vor 100 Jahren ähnlich, sagen Wirtschaftshistoriker. | Wien. Wie weit das Zusammenwachsen Europas zu einem gemeinsamen Markt der Menschen, Waren, des Geldes und der Ideen eine neue Entwicklung ist, untersuchen nun bis 2010 Wirtschaftshistoriker aus zwölf Ländern im Rahmen des Netzwerkes "GlobalEuroNet". Mit Unterstützung der European Science Foundation erforschen sie, wie sich Europa in den letzten hundert Jahren ökonomisch entwickelt hat.


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Den Projektleiter, Professor Stefano Battilossi von der Universität Madrid, interessiert vor allem der Prozess der europäischen Integration, der seiner Meinung nach auf ökonomischem Gebiet bereits vor 1914 weit fortgeschritten war: "Der Erste Weltkrieg bedeutete eine Umkehr dieses Trends, nach dem Krieg waren die Nationen schwach und zu ökonomischem Nationalismus geneigt." Erst ab 1950, vor allem durch die römischen Verträge von 1957, sei es wieder zu wirtschaftlicher Integration gekommen, später beschleunigt durch das Ende des Kommunismus. Die Europäische Union habe beim Aufstellen gemeinsamer Regeln und beim Etablieren eines europäischen Marktes eine entscheidende Rolle gespielt.

Über Europa hinaus geht das Projekt auch der Frage von Wirtschaftszyklen nach: Gab es einen "europäischen" Wirtschaftszyklus oder gaben etwa für Westeuropa die USA und für Mitteleuropa Deutschland auf unterschiedliche Art den Takt vor?