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Warnung an den Werbeliebling

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Als hätten wir’s nicht eh schon geahnt: Marcel Hirscher ist ein cooler Typ. Das bezeugen nicht nur seine draufgängerische Fahrweise, seine Erfolge mit dem Höhepunkt des WM-Titels vor 40.000 begeisterten Zuschauern in Schladming und seine lockeren Sprüche - das sagt auch eine Studie von Marketagent.com, die im Jänner die Werbelieblinge der Österreicher herausfinden wollte. Nun kann man Studien bisweilen mit Skepsis begegnen, doch die Imagewerte, die Hirscher darin attestiert werden, sind durchaus zutreffend. Er sei eine Idealbesetzung für die Werbewirtschaft, heißt es darin: "Erfolgreich, sympathisch, glaubwürdig" - und vor allem "werbetechnisch unverbraucht". Hirscher, dem aktuelle und potenzielle Sponsoren nach der WM wohl noch mehr zu Fuße liegen als ohnehin schon vorher, wird gut daran tun, sich diese Attribute zu bewahren und Verlockungen von Sponsoren sorgfältig abwägen. Ein Marcel Hirscher, der sich im Privatjet zu den Rennen einfliegen lässt und gleichzeitig davon schwadroniert, wie wichtig es sei, auch in der Stunde größtmöglichen Erfolgs auf dem Boden zu bleiben, käme wohl wenig authentisch rüber. Das wäre fast so, wie wenn ein Sportler sich jahrelang Mühe gibt, über alles und jedes zu philosophieren und dann mangelnden Intellekt als Voraussetzung für Erfolg anpreist. Soll’s ja auch schon gegeben haben. Ein warnendes Beispiel, wie so etwas enden kann, hat die Studie auch gleich parat: Markus Rogan etwa wird demnach vornehmlich als "arrogant, nervig und langweilig" wahrgenommen. Und der war ja auch einmal so etwas wie das Liebkind der Werbebranche.