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Warten auf den Mc Divorce

Von Andreas Rauschal

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Manchmal muss die Liebe so sehr durch den Magen gehen, dass man auch im Kopf völlig damisch wird. Das lässt zumindest die Werbung des Burgermachers mit dem gelben M vermuten, in der sich ein Brautpaar das Jawort ausgerechnet im nicht zwingend romantischen Ambiente einer Fresshütte gibt. Genauer: Die Braut entscheidet sich für den Bräutigam und nimmt einen Burger namens Mc Marry Me gleich dazu, der als Brautstraußersatz von der Verkaufsbudel aus in die Menge fliegt. Nur zwei Fragen stellen sich noch: Wer denkt sich so etwas aus? Und warum?

Nach dem unsympathischen Loblied auf die Lehrlingsausbildung des eigenen Unternehmens, einem verstärkten Fokus auf das "Ja" des Franchisers zur Ernte aus A sowie der Kunde vom Liter Sprit statt Sprite zu jedem Mc Menü geht es jetzt also wieder um die Herzensbildung: Dem über eine Kundenbindungskampagne kreierten Laberl liegt ein tatsächlicher Heiratsantrag zugrunde. Du meine Güte! Wo man nun auf aphrodisierende oder zumindest "sinnliche" Zutaten hätte schließen können (Spargel, Feigen, Ingwer, Chili, Safran ...), regiert hingegen der gewohnt gewöhnliche Einheitsbrei aus Fleischlappen, Käse, Salat - und, herrje, Zwiebeln, die unserem Lockstoffangebot bekanntlich schon immer den besten Beiduft verliehen.

Bereiten wir uns besser schon jetzt auf die Nachfolger vor, die dereinst auf dem Plastiktablett landen werden. Erwarten wir den Mc Splitup (mit sauren Gurken) und den Mc Divorce (höllisch teuer!).