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Warten auf Entscheidung der Datenschutzkommission

Von Klaus Faißner

Wirtschaft

Die neue Privatdaten-Scheibe von Herold Business Data wird nicht wie geplant Anfang September erscheinen. Jeder, der jetzt gegen die Verwendung seiner Daten protestiert, wird bereits auf der Start-CD nicht aufscheinen.


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Die Aufregung um die neue Privatdaten-CD von Herold Business Data hat den Produktionsbeginn nach hinten verschoben. Die Datenschutzkommission nimmt sich der Sache an und prüft gerade, ob die Datenscheibe dem Datenschutzgesetz (DSG) entspricht. Auf dem rund 3.500 Euro teuren Produkt sind vier Millionen Österreicher verzeichnet, wobei von zwei Millionen Privatpersonen Angaben wie Altersklasse, Kaufkraft, Gebäudeart, Stellung im Haushalt, Partnerschaftsverhältnis, Haushaltsgröße, Kinder enthalten sind.

Obwohl diese Daten vom Benutzer nicht mittels Direktabfrage erhoben werden können, habe jeder die Möglichkeit, personenbezogene Infos auf indirektem Weg zu erhalten, kritisiert Hans Zeger, Chef der ARGE Daten. Er fordert vom Adressverlag dm-plus, der für Herold die Daten lieferte, die genaue Offenlegung der Herkunft der Daten. Dm-plus-Geschäftsführer Roland Maixner: "Die marketingrelevanten Zusatzinfos sind keine Echtdaten, sondern wurden modellberechnet. Die Berechnungsmethoden legen wir der Datenschutzkommission offen, werden sie als Geschäftsgeheimnis aber nicht öffentlich zugänglich machen." Als einen der wichtigsten Adresslieferanten bezeichnet Maixner Redmail. Seiner Ansicht nach ist der bei der Bewerbung der CD verwendete Ausdruck "Tiefendaten" mitschuld am Wirbel um die Datenscheibe.

Für Datenschützer Zeger ist es u. a. fraglich, ob der § 6 DSG erfüllt ist. Demnach müssen die Daten "im Ergebnis sachlich richtig sein". Aufgrund der Hochrechnungsmethode sei dies "sicher nicht erfüllt." "Es ist absolut ausgeschlossen, absolut richtige Daten zu haben", entgegnet Maixner und verweist darauf, dass alleine Sterbefälle die Richtigkeit aller Daten ausschließen. Auch bemängelt Zeger, dass laut § 24 DSG alle zwei Millionen mit Zusatzdaten erfassten Personen "in geeigneter Weise über den Zweck der Datenanwendung, für die die Daten ermittelt werden, zu informieren" gewesen wären. Maixners Konter: Inzwischen sei die Information über die mediale Berichterstattung erfolgt.

All jene, die sich von der CD streichen lassen wollen, können dies schriftlich tun: Eine Hotline 0800 / 204 260 wurde von dm-plus eingerichtet. Wer sich bis zum Produktionsstart, der nach dem Ergebnis der Datenschutzkommission erfolgen soll, streichen lässt, wird laut Maixner bereits von der Start-CD gestrichen.