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Warum Fink kein Kandidat sein sollte

Von Christian Mayr

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Ohne Insider-Informationen (auch genannt: Indiskretionen) wäre der Journalistenberuf nur halb so spannend - und auch die Leser hätten weniger von ihrer Zeitung. So gesehen kommt die an die Öffentlichkeit gelangte Liste von Peter Schöttels Teamchef-Kandidaten nicht überraschend. Auch inhaltlich nicht: Franco Foda, Thorsten Fink und Peter Stöger stehen dabei ganz oben. Letzteren kann man getrost streichen, außer Köln setzt ihn in den nächsten Tagen vor die Tür. Während Foda selbstredend (wieder) Kandidat ist, sollte der ÖFB aber Fink umgehend wieder von der Liste nehmen. Nicht aus fachlichen Gründen, sondern aus Gründen der Befangenheit. Denn sein Chef - Austria-Vorstand Markus Kraetschmer - ist nicht nur als Liga-Vertreter Teil des ÖFB-Präsidiums, das am Ende über den neuen Teamchef bestimmt; er sitzt auch in der vierköpfigen Taskforce, die den Marcel-Koller-Nachfolger aus besagter Liste vorschlägt. Diese völlig untragbare Konstellation sorgte nun dafür, dass Kraetschmer seinem Mitarbeiter Fink offiziell die Erlaubnis zu Gesprächen mit dem ÖFB geben musste. Kraetschmer, der in einem Interview noch seine Präsidiumskollegen gerügt hatte, weil diese Infos ausplauderten und daher forderte, die Teamchef-Kandidaten müssten unbedingt geheim bleiben, plauderte dann live im ORF aus, der ÖFB werde mit Fink verhandeln. Mit dem Zusatz, dass für seinen Trainer natürlich eine "sehr, sehr hohe Ablöse" zu bezahlen sei. Womit das unsägliche Chaos rund um die Teamchef-Frage um ein weiteres Kapitel reicher ist.