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Warum Hurch bleiben muss

Von Matthias Greuling

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Andere wären in diesem Amt längst im eigenen Nadelstreif zu Stein erstarrt. Gut, auch Hans Hurch, Langzeit-Viennale-Chef seit 1997, scheint nur dieses eine schwarze Sakko zu haben, aber darunter regt sich doch noch kräftig Widerstand gegen die eigene Versteinerung. In Hurchs Brust schlägt das Herz eines "Film-Aficionados, der dem Festival einfach gut tut" (Wiens Kulturstadtrat Mailath-Pokorny), weshalb man seinen Vertrag nun um weitere drei Jahre bis 2016 verlängert hat.

Komfortabel für Hurch, der das als Wertschätzung für die Viennale begreift. Hurch ist immer ein Unbequemer geblieben, ein Linker, der manchmal gerne, aber nie ohne Grund schimpft wie ein Rohrspatz, auf den österreichischen Film und die Kulturpolitik sowieso, selbst, wenn sie SP-dominiert ist. Aber die Stadt Wien liebt ihn, denn Hurch führt die Viennale von einem Publikumsrekord zum nächsten, hat für dieses international an sich unbedeutende Festival in den letzten Jahren auch ein großes Medien-Echo im Ausland zustande gebracht und holte Weltstars wie Jane Fonda, Tilda Swinton oder Harry Belafonte nach Wien. Heuer will er sich zum 50. Jubiläum des Festivals besonders austoben.

Zu Recht entbrannte aber nach dem unrühmlichen Abgang von MAK-Chef Peter Noever eine Debatte darüber, wie lange Kulturmanager dienen sollten. Doch Kultur braucht immer auch Kontinuität, um nachhaltig zu sein. Hurch ist längst eine Institution im Kulturbetrieb, ein echtes Original. Weshalb er auch das Sakko nicht tauschen sollte. Bis 2016, wenn der Hurch 20 Jahre im Amt ist, wird’s schon halten.