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Warum Sie den 32. 12. kommen lassen können

Von Alfred Abel

Wirtschaft

Die Flut von suggestiven Großflächeninseraten in den heimischen Medien signalisiert Stress: Banken, Versicherer und Kapitalanlagegesellschaften trommeln das nahe Ende der 9,5% Steuerprämie, die für alle Verträge dieses Jahres noch gewährt werden.


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Es geht um die Neue Zukunftsvorsorge (NZV), für die man an die betreffenden Institute heuer bis zu 1.851 Euro einzahlen kann, um noch diese Prämie zu lukrieren. In einer Studie des Vereins für Konsumenteninformation) wird freilich vor allzu schnellen Vertragsabschlüssen gewarnt. Wichtigstes Argument: Der Abschluss eines Vertrages bedeutet einen Sparguthabenverzicht auf zehn Jahre und ab dann auch nur eine "tröpferlweise" Auszahlung in Form einer Rente auf die Restlebensdauer. Wer nach der Mindestbindungsfrist auf eine Barauszahlung seines Guthabens pocht, muss die Hälfte der Steuerprämien zurückzahlen, 25% Kapitalertragsteuer von den bisherigen Kapitalerträgen hinnehmen und verliert möglicherweise auch die sog. Kapitalgarantie (wenn die Aktienanteile der veranlagten Spargelder nicht den nötigen Erfolg gebracht haben).

Nicht geeignet ist die NZV nach Ansicht des Vereins für Verträge zugunsten Babys und Kleinkinder (weil das Ansparen eines Jugend-Startkapitals sinnvoller ist), für alle Altersklassen mit enger Finanzlage (weil man nicht an das Ersparte herankann), für Alleinverdiener, deren Familie im Todesfall nicht anderweitig finanziell abgesichert ist.

Und die 9,5%, die ab nächstem Jahr nur mehr 9,0% be-tragen werden? Im Maximalfall 9 Euro Unterschied. Dieser Preis für eine gründliche Nachdenk- und Beratungsphase sollte drinnen sein.

) siehe "Konsument", Ausgabe Dezember 2003.