Zum Hauptinhalt springen

Was bleibt, ist ein Bild freiheitlicher Zerstrittenheit

Von Walter Hämmerle

Politik

Grabenkämpfe in der FPÖ nehmen kein Ende. | Mölzer sieht Chancen für Sprung in Kärntner Landtag schwinden. | Wien/Klagenfurt. Sein jüngster Erholungsurlaub sei Heinz-Christian Strache aufrichtig vergönnt, zu Hause kommt der FPÖ-Parteichef schließlich kaum zur Ruhe. Sieht man einmal von der Causa Stadler ab, erweisen sich insbesondere die Landesgruppen als Schwachstelle der FPÖ. Davon ausgenommen sind allein die Vorarlberger, die achten allerdings auch sonst auf einen eigenständigen Kurs.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 18 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Jüngstes Beispiel in der Serie freiheitlicher Grabenkämpfe ist Kärnten. Einst die blaue Vorzeigeorganisation schlechthin, wurde die Partei durch die Abspaltung des BZÖ unter Landeshauptmann Jörg Haider in die Bedeutungslosigkeit gestürzt. Am Wochenende wollte man nun mit Blick auf die Landtagwahlen 2009 ein Zeichen des Aufbruchs setzen, allein der Schuss ging nach hinten los.

Andreas Mölzer, freiheitlicher EU-Mandatar, machte sich für einen personellen Neuanfang stark: Statt Parteichef Franz Schwager sollte der Villacher Heiner Zechmann an die Spitze rücken. Ein Kompromiss scheiterte, Zechmann erkannte seine Chancenlosigkeit und verzichtete auf eine Kampfkandidatur, der neue alte Parteichef heißt Schwager, der prompt Mölzer aus dem Vorstand expedierte, was dieser wiederum nicht hinnehmen will.

Unter der Oberfläche dieses kleinlichen Streits geht es um die Frage, wie die in Kärnten durch das BZÖ marginalisierte FPÖ 2009 den Sprung in den Landtag schaffen und eine Wiederwahl Haiders verhindern kann. Hier existiert - in Österreich einzigartig - eine 10-Prozent-Hürde.

Anders als Schwager und die Seinen setzt Mölzer zu diesem Zweck auf eine, wie er es nennt, "intelligente freiheitliche und nationale Politik". Dies beinhalte etwa auch in der Ortstafel-Frage eine andere, für die Anliegen der Minderheit offenere Position als sie Haider vertritt: "Wenn die FPÖ in Kärnten immer hinter den Positionen Haiders herhechelt, werden die Leute gleich zum Schmied und nicht zum Schmiedl gehen." Mit Schwager an der Spitze gibt Mölzer der FPÖ kaum Erfolgschancen bei den Wahlen.

Dass sich in dem Konflikt auch die Bundes-FPÖ gegen ihn stellte, will Mölzer nicht überbewerten - allein schon deshalb weil es sich bei dem Streit lediglich um eine Auseinandersetzung in der Provinz handle.