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Was der SK Rapid und der FC Vaduz gemeinsam haben

Von Christoph Rella

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Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Nach dem kommenden Wochenende, wo es der SK Rapid in der Liga mit dem Serienmeister Red Bull Salzburg zu tun bekommt, wird Ferdinand Feldhofer sehr wahrscheinlich nicht mehr Coach der Hütteldorfer sein. So sehen es viele Beobachter, und so fordern es auch die Ultras. Wenn die Performance nicht passt und von den Stadionrängen "Feldhofer raus!"-Rufe über den Platz hallen, spätestens dann muss selbst der von sich überzeugteste Trainer einsehen, dass die Zeit reif für jemanden Neuen ist.

Das Management wurde bereits gegangen, allerdings waren hier die Methoden mehr als daneben. Dass sogenannte Fans in Donald-Trump-Manier die Geschäftsstelle des eigenen Vereins stürmen, ist neu. Geschehen ist das offenbar, wie erst jetzt bekannt wurde, noch in der Nacht auf 26. August, Stunden nach dem blamablen Ausscheiden der Rapidler gegen den FC Vaduz im Play-off zur Conference League. Berichten zufolge sollen sich dutzende, teils vermummte Anhänger über die Parkgarage Zutritt verschafft haben. So etwas ist kriminell und ein Problem, das Rapid unter Kontrolle bringen muss.

Wer aber nun glaubt, dass ein Sieg gegen Vaduz und ein Einzug in die Gruppenphase den Gang der Dinge in Wien entscheidend beeinflusst hätte, irrt sich. Dafür waren und sind die mentalen sowie spielerischen Probleme im stark veränderten und kopflosen Kader zu offensichtlich. Nur weil man im Europacup zu Ehren gekommen ist, heißt das nicht, dass es in der heimatlichen Liga super laufen muss. Das beste Beispiel liefert ausgerechnet der FC Vaduz. Seit dem 1:0 in Wien - und selbst davor - hat der Klub in der Schweizer Challenge League kein Spiel gewinnen können und liegt in der Tabelle auf dem vorletzten Platz. Den einzigen Sieg verbuchte man im Cup gegen Triesen II.

Somit ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der erst im Jänner bestellte Vaduz-Coach Alessandro Mangiarratti den Hut nehmen wird. Der Europacup wird ihn vermutlich nicht retten.