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"Der Euro hat den großen Vorteil, dass es in Europa keine Wechselkursrisiken mehr gibt", betonte Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Freitagnachmittag bei einer Veranstaltung im Rahmen der diesjährigen "Gewinn"-Messe, die gestern zu Ende ging.
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Zum jüngsten Sturz der europäischen Einheitswährung - der Euro fiel am Freitag im Londoner Devisenmarkt unter die Marke von 0,84 Dollar - sagte Liebscher, wichtig sei die Sicherstellung der inneren Preisstabilität und der Kaufkraft der Löhne, Gehälter und Ersparnisse. 1999 habe die Inflation in Europa im Durchschnitt 1% betragen. Dass heuer ein Wert von deutlich über 2% zustandekommen werde, sei auf einen von außen kommenden Faktor - den Ölpreis - zurückzuführen. "Wir können der OPEC keinen Preis vorschreiben", merkte Liebscher an.
OMV-Generaldirektor Richard Schenz erklärte auf der "Gewinn"-Bühne die Zusammenhänge zwischen den Treibstoffpreisen und den Preisen an der Rotterdamer Produktenbörse. Grundsätzlich gelte: "Gehen in Rotterdam die Preise runter, senken auch wir genauso schnell." Meldungen, wonach heuer Ofenheizöl knapp werden könnte, seien falsch. Rohöl sei zwar derzeit teuer, aber verfügbar. Schenz: "Es gibt genug Ware." Es sei nicht nötig, sich Vorräte anzulegen.
Bekenntnis zum Finanzplatz Wien
Wiener-Städtische-Generaldirektor Siegfried Sellitsch legte vor Messebesuchern ein Bekenntnis zum Börseplatz Wien ab. Die "Städtische" sei hierzulande der größte institutionelle Aktienkäufer und sehr patriotisch eingestellt. "Man soll das Geld dort anlegen, wo man die Prämien herbekommt", meinte Sellitsch und präsentierte dazu gleich die Zahlen der ersten drei Quartale. Die Wiener Städtische Allgemeine Versicherung AG habe ihr Prämienaufkommen bis Ende September um 4,6% auf 14,31 Mrd. Schilling gesteigert. Besonders erfreulich: In der Sparte Leben sei mit 5,31 Mrd. Schilling um 9,4% mehr eingenommen worden als im Vorjahr. Bei den Einmalerlägen habe sich das Prämienvolumen sogar um 15,2% auf 1,8 Mrd. Schilling erhöht, und das Prämienaufkommen bei den Fondspolizzen konnte auf 547 Mill. Schilling vervierfacht.
Befragt zu möglichen Partnern für seine Versicherungsgesellschaft sagte Sellitsch, man habe "keine Berührungsängste". Man würde zwar nicht gleich "dem erstbesten um den Hals fallen", man müsse aber jedes Konzept, das vorstellbar sein, überprüfen.
Ganz persönliche Anlagetipps gab Bank-Austria-Vorstand Wolfgang Habermayer ab. Als "konservativer und patriotischer Anleger" würde er u.a. Aktien von Böhler Uddeholm, Austria Tabak, Flughafen Wien und VA Stahl empfehlen. Weiters würde er internationale Technologiewerte, Pharmatitel, aber auch Einzelhandelsaktien nicht verschmähen. Der Börsegang der Telekom Austria sei eine gute Gelegenheit, um langfristig anzulegen.
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