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Was tun gegen Herbstdepression?

Von Maria Aschbacher

Wissen
Bei schweren Depressionen muss man auf jeden Fall professionelle Hilfe aufsuchen.
© bilderbox.at

Herbst und Winter stehen vor der Tür.|Lichtmangel sorgt für schlechte Laune.


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Der Wind saust einem um die Ohren und die Regentropfen prasseln ins Gesicht. Man wünscht sich nichts mehr, als wieder im warmen, kuscheligen Bett liegen zu können. So ein verregneter Herbsttag kann einem ganz schön aufs Gemüt schlagen. Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Müdigkeit können Anzeichen für Depressionen sein. Die Ursache: Lichtmangel.

Allerdings muss es sich nicht immer gleich um eine Depression handeln, wenn man sich im Herbst unwohl fühlt. Es ist wichtig das Ausmaß einer Depression zu kennen, ob man es selbst schafft wieder aus dem Loch zu kommen, oder ob man professionelle Hilfe in Betracht ziehen sollte. Kernsymptome einer Depression sind gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit. Treten zwei dieser Symptome mit Schlafstörungen, Ängsten oder Konzentrationsstörungen mindestens zwei Wochen lang auf, kann man von einer Depression sprechen. Dabei ist aber auch je nachdem wie viele Symptome und in welchem Ausmaß sie auftreten, zwischen leichter, mittelgradiger oder schwerer Depression zu unterscheiden. Oft ist es schwer zu erkennen, ob man unter Depressionen leidet. Man darf jedoch niemals zögern, professionelle Hilfe aufzusuchen. Depressionen gehören mittlerweile zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie können sich in jedem Alter entwickeln. Am häufigsten treten Depressionen bei Frauen und bei Personen im Alter von 18 bis 25 Jahren auf.

Die Herbstdepression ähnelt der "normalen" Depression

Der Herbst ist wie der Frühling: eine Jahreszeit der Veränderung, bei der sich das Wetter auf die Stimmung auswirken kann. Wenn Nebel, Kälte, Regen und Sturm antriebslos machen, ist die Zirbeldrüse im Gehirn daran schuld. Denn sie produziert in der lichtarmen Zeit besonders viel Melatonin. Dieses Hormon wirkt schlaffördernd, macht müde und will uns eigentlich auf den imaginären Winterschlaf vorbereiten. Experten nennen diesen Herbstblues auch "Saisonal abhängige Depression" (SAD).

Tipps für gute Laune in der kalten Jahreszeit:

In der kalten Zeit hat man besonders Lust auf Süßes und kohlenhydratreiche Kost. Das liegt am Serotoninmangel. Zu wenig Serotonin im Körper führt zu Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Müdigkeit. Die Serotoninproduktion kann also durch kohlenhydratreiche Ernährung angekurbelt werden. Dabei muss man aber darauf achten, Kohlenhydrate mit Maß und Ziel zu genießen. Zu viel kohlenhydratreiche Kost führt zu starker Gewichtszunahme. Bereits kleine Mengen Zucker oder Kohlenhydrate reichen aus, um den Serotoninspiegel zu erhöhen.

Aber nicht nur durch die richtige Ernährung kann man Herbst- und Winterdepressionen vermeiden. Man kann die kalte Jahreszeit auch positiv sehen. Wenn man zurück an seine Kindheit denkt, waren Herbst und Winter meist besonders aufregend. Kastanien sammeln, Kürbisse für Halloween gestalten, Drachen steigen lassen, einen Schneemann bauen oder eine Schneeballschlacht machen. Warum sollte man diese Dinge als Erwachsener nicht mehr machen? Es macht auch heute noch Spaß und man kann einmal wieder richtig Kind sein. Dem Regengeprassel im Bett bei offenem Fenster lauschen, den bunten Wald bestaunen und die Düfte auf Weihnachtsmärkten genießen: Man muss auf die schönen Seiten des Herbstes und des Winters achten und nicht dem Sommer hinterhertrauern. Wie das Wetter auf jemanden wirkt, hängt hauptsächlich von der persönlichen Einstellung ab.

Es ist auch wichtig, viel Bewegung an frischer Luft zu machen. Auch wenn das Wetter überhaupt nicht dazu einlädt - man muss seinen inneren Schweinehund überwinden. Die Hauptursache für Herbst- und Winterdepressionen ist Lichtmangel. Selbst an bewölkten Tagen ist das Tageslicht noch dreimal so stark wie die Zimmerbeleuchtung. Sport wirkt depressiver Stimmung entgegen und steigert das psychische Wohlbefinden. Bei körperlicher Betätigung werden außerdem viele Glückshormone wie Endorphin und Dopamin ausgeschüttet die für gute Laune sorgen. Joggen, Radfahren, Walken oder nur ein kleiner Waldspaziergang - frische Luft und Bewegung wirken schlechter Laune entgegen.