)
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 14 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Wenn man manche Ankündigungen des sozialen Netzwerks Facebook liest, kann man schon eine Gänsehaut bekommen. Während in Österreich gerade über eine Eindämmung des Lobbyismus diskutiert wird, kündigte Facebook an, eine eigene Abteilung zu gründen, die jene politischen Kandidaten unterstützt, die "unsere Ziele vertreten". Das Netzwerk, in dem 800 Millionen Menschen Mitglied sind, wolle "seine Präsenz in Washington verstärken und namhafte Personen auf Posten mit Berührungspunkten zur Politik setzen", heißt es in den Medien.
Das klingt jetzt nicht gerade nach einer Kinderjause. Wenn man weiß, wie das politische System in den USA funktioniert und dass Ämter zu einem nicht unwesentlichen Teil jene Kandidaten bekommen, die fleißiger in der Akquirierung von Spendengeld waren, kann das schon als eine gewisse Gefahr für eine unbeeinflusste Demokratie gelten. Das wird in den USA freilich nicht so gesehen - läuft doch alles supertransparent ab.
Wie auch immer, wenn Facebook also danach trachtet, ihm genehme Kandidaten zu unterstützen, dann wird es sich auch die Frage gefallen lassen müssen, was denn eigentlich diese "Ziele" sind, die man da so gerne unterstützt haben will. Ein ungestörter Geschäftsgang? Ein kuscheliges Monopol? Ein Mehr an Datenschutzbestimmungen wird es wohl eher nicht sein.

)
)
)