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Im Streit um den Ökostrom geht es beinhart um Fördermillionen und Wählerstimmen. Als besonders dreist erweist sich der Papierindustrielle Alfred Heinzel, ehemalige Aufsichtsratspräsident der Verstaatlichtenholding ÖIAG,: Er schickt seinen Generaldirektor vor, der pflichtschuldig in der strukturschwachen Obersteiermark die Arbeitsplatzkeule schwingt: Her mit der Subvention oder Zusperren.
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Politiker wiederum fischen auch nach Wählerstimmen. Das grüne Mäntelchen steht Landeshauptleuten besonders gut, soll es doch die besondere Fürsorglichkeit unterstreichen, die sie ihren Landeskindern angedeihen lassen. Willkommen, weil weithin sichtbar, sind zu diesem Zweck die Windräder, sie signalisieren: "Hier wird Klima geschützt."
Das kann schon was kosten, die Länder beziehen ihre Budgetmittel ja über den Finanzausgleich aus dem allgemeinen Steuertopf, und die Subventionstarife werden über Tarifzuschläge von den Stromkunden finanziert. In all dem lautstarken Gezerre um die Fördergelder für den Ökostrom wird eines gern verschwiegen: Österreich hat mit knapp 60 Prozent Wasserkraftanteil an der Stromerzeugung ohnehin einen respektablen Vorsprung gegenüber anderen europäischen Ländern bei erneuerbarer Energie.
Trotzdem wird der Windkraft in Österreich noch ein Potenzial im Ausmaß von knapp drei Donaukraftwerken zuerkannt. Nicht sehr beliebt ist dabei die Frage, woher kommt der Strom, wenn kein Wind geht? Dafür werden um hunderte Millionen Euro Speicherkraftwerke aus- und umgebaut, die schnell anfahren können, wenn der Wind nachlässt. Sonst gibt´s nämlich einen Netzzusammenbruch. Diese Zusatzkosten werden von den Windkraftbefürwortern gern verschwiegen. Zur Erinnerung: Der künftige Verbrauchszuwachs von rund zwei Prozent pro Jahr wird sicher nicht von Ökostrom zu decken sein. Ein Blick in die Ausbaupläne der E-Wirtschaft zeigt deutlich: Die Hauptlast tragen Gaskraftwerke und Kombianlagen. Timelkam in Oberösterreich mit der Leistung eines großen Donaukraftwerkes geht heuer in Betrieb.
Geht der Bau der thermischen Gas- und Kombi-Kraftwerke von der Öffentlichkeit nahezu unbeachtet über die Bühne, so stoßen Wasserkraftwerke reflexartig auf erbitterten Widerstand. Die angeblichen Natur- und Klimaschützer sollen sich endlich von ihrem abgestandenen Hainburg-Mythos verabschieden. Das Verhindern eines Wasserkraftwerkes in Zeiten des Klimaschutzes noch als Heldentat zu feiern, ist von gestern. Diese Umweltschützer sollen selber umdenken, statt das immer nur von anderen zu fordern. Im Interesse der Umwelt.
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