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World Economic Forum beginnt heute in Davos. | Davos. Das Davoser Weltwirtschaftsforum (WEF) sei für die Wirtschaftsführer der global tätigen Unternehmen die "superbowl of all stages", die wichtigste aller Bühnen, schreibt die Zeitung "USA today". Es gebe keine bessere Veranstaltung, an der sich die Bosse mit Themen beschäftigen könnten, die die ganze Welt bewegen.
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Dafür greifen die Unternehmen tief in die Taschen. 14.000 Franken beträgt die Teilnahmegebühr für das Jahrestreffen in Davos. 30.000 Franken zahlen jede der über 1000 Großfirmen als Jahresbeitrag für das als Stiftung in Genf registrierte WEF. "Strategische Partner" zahlen mehr. Von den 2500 Teilnehmern sind zwei Drittel Wirtschaftsvertreter, dazu kommen 400 Journalisten, 180 Regierungsmitglieder, einige Dutzend Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen, 180 Wissenschaftlerinnen und 150 sogenannte "young global leaders".
Für den Gründer, den deutschen Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab, gehen die Ziele über die Wirtschaft hinaus: "Die globale Agenda mitgestalten" sei die zentrale Aufgabe des Forums, das er 1971 als Treffen für Wirtschaftswissenschaftler gegründet hatte. Rasch wurde daraus eine Plattform für Wirtschaftsführer, das Europäische Management Forum, 1987 das Weltwirtschaftsforum.
Das WEF war wiederholt Ziel von Globalisierungsgegnern, die Krawalle in Davos und anderswo provozierten. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem - misslungenen - Umzug des WEF nach New York 2002 ist die Kritik abgeebbt. Doch auch in diesem Jahr sind Proteste angekündigt. Kleinere vandalistische Akte wurden im Vorfeld bereits verübt.
Kritiker bei Open Forum
Die Kritiker treffen sich an der Alternativ-Veranstaltung "Open Forum" in Davos. Denn die WEF-Verantwortlichen behaupteten nur, es ginge ihnen um eine bessere Welt, sagt Oliver Classen, Sprecher der Entwicklungsorganisation "Erklärung von Bern" (EvB). Tatsächlich sei das WEF eine Veranstaltung von Lobbyisten. EvB und die Naturschutzorganisation Pro Natura verleihen an der Gegenveranstaltung "Public Eye on Davos" zum siebten Mal einen "Award für besonders unverantwortliches Konzernverhalten".
Das WEF ist nicht der Ort der Entscheidungen. Das sei indes auch nicht sein Zweck, sagt der Politologe James Davis von der Universität St. Gallen. "Das Weltwirtschaftsforum ist eine ideale Veranstaltung, um Ideen auszutauschen, die noch nicht für die große Bühne bestimmt sind, sondern als Versuchsballon einem ausgewählten Publikum präsentiert werden".
Das WEF habe wieder an politischer Bedeutung zugelegt, sagt Davis. Diesmal nehmen Politiker wie Angela Merkel, Tony Blair, der brasilianischen Präsidenten Lula da Silva und Paul Wolfowitz, den Präsidenten der Weltbank, teil. Doch deren wichtigste Gespräche werden in informeller Runde stattfinden. Auch von den über 200 Seminaren findet ein Teil nur für eine geschlossene Gesellschaft statt.
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