Weg mit Beethoven!

Von Edwin Baumgartner

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"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Der Sender BR Klassik ruft auf zum Kampf "gegen Eurozentrismus in der Musik". Als Mitstreiter gegen hassenswerte Musikkolonialisten vom Schlage eines Wolfgang Amadeus Mozart oder Ludwig van Beethoven, denen die Befürwortung der Sklaverei und die Unterdrückung der nicht-europäischen Welt aus jedem Kontrapunkt trieft, holt der Sender die Musikwissenschafterin Natasha Loges von der Uni Freiburg und den südafrikanischen Komponisten und Musikwissenschafts-Professor Bongani Ndodana-Breen in seine Phalanx für eine globalisierte Musik.

Von den europäischen Musikdiktatoren seien ja sogar die Musikinstrumente ohne Berücksichtigung von deren ethnischer Zugehörigkeit imperialistisch okkupiert worden. Speziell die Schlagzeuge fristen ein übles Zwangsdasein.

Was eine völlig korrekte Beobachtung ist, denn wie kommt beispielsweise ein Becken türkischer Herkunft dazu, in der treukatholischen siebenten Sinfonie Anton Bruckners zur höheren Ehre des Christentums zu kleschen?

Wobei sich ja sowieso von vorneherein die Frage erhebt, wie man diese ganze klassische europäische Musik, geschrieben zumeist von weißen Männern eines Alters zwischen Verwesung und Skelettierung, noch spielen kann, also diesen Pofel eines Mozart, eines Mahler, eines Mendelssohn-Bartholdy und ihrer imperialistischen Satansbrüder.

Der Sender BR Kultur klärt das, und deshalb trägt er das "Kultur" zu Recht in seinem Namen. Nur das "B" für Bayern - das ist angesichts von all dem ein imperialistisches Problem, das es zu tilgen gilt.