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Wege aus der Personalkrise der Post

Von Christian Havranek

Wirtschaft

Beamtenagentur mit unternehmerischem Denken. | Untätigkeit hat Probleme verstärkt. | Einen neuen Spin verlieh Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, der Diskussion rund um die Personalproblematik bei der Telekom Austria und der Post AG. Die Industrie machte dabei den Gewerkschaften ein Angebot, das jedoch wieder in der schon lange diskutierten Idee einer Arbeitsagentur, in der Angebot und Nachfrage am beamteten Arbeitsmarkt geregelt werden sollen, mündete.


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Einen anderen Lösungsvorschlag für die österreichischen Beamten legten die ehemalige Bundesministerin Doris Bures und Vizekanzler Wilhelm Molterer mit dem Konzept der Errichtung einer Personalagentur des Bundes bereits im vergangenen Jahr im Ministerrat vor. Die Idee dahinter war die Schaffung eines Arbeitsmarktservices für Beamte, das ressortübergreifend freie Arbeitsplätze aus dem eigenen Beamtenpool besetzen und so zur Sicherung der Beschäftigung beitragen sollte. Eine gleichzeitige Steuerersparnis von 60 Millionen Euro war eines der Hauptargumente Molterers für die Umsetzung. Diese nun auch wirklich zu erreichen, wird Aufgabe des zukünftigen Beamtenstaatssekretärs Andreas Schieder sein.

Kreativität ist gefragt

Das größte Hindernis auf dem Weg zur Verwirklichung stellt derzeit aber das noch fehlende Modell, wie eine Personalagentur des Bundes überhaupt aufgebaut sein könnte, dar. Hier könnten sich die beteiligten Interessensvertreter durchaus an internationalen Maßstäben orientieren. Auf besonders innovativen Arbeitsmärkten der Europäischen Union - zu denen sich auch der österreichische zählen darf - wurde in den letzten zehn Jahren eine Reihe von Instrumentarien entwickelt, wie Arbeitgeber mit jenen Herausforderungen umgehen können, vor denen nun auch der Bund als Dienstgeber steht. Fundamentale Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsstiftungen und Beschäftigungsagenturen zählen zu diesen Instrumenten.

Es können auch kreativere Lösungen entwickelt werden, die eine Win-win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bewirken. Dass es diese nicht nur im Bereich der Privatwirtschaft gibt, zeigt unter anderem das Beispiel der Berliner Beschäftigungsagentur.

Welche Herangehensweise für den Bund die richtige ist, muss hierzulande allerdings noch festgelegt werden. Somit ist es nun an der Zeit, die leere Hülle des Schlagworts "Personalagentur" auch mit Inhalten zu füllen, wenn die Diskussion nicht weiterhin ins Leere laufen soll. Solche Konkretisierungen sind nicht nur die Basis für zukünftige Gespräche zwischen Gewerkschaften und dem Bund, sondern auch die Lösung für viele bestehende Kommunikationsprobleme.

Ein weiteres Argument, das für eine baldige Entscheidung in dieser verfahrenen Situation spricht, ist, dass die Umsetzung einer Personalagentur auch ein erster Schritt in Richtung unternehmerisches Denken im Bund wäre. Mann müsste herausfinden, wie auf großen Arbeitsmärkten - wie eben der Bund selbst einer ist - dem betroffenen Personenkreis substanzielle Umqualifizierungen zukommen könnten, und wie diese Mitarbeiter nicht nur sinnvoll bezahlt werden, sondern auch sinnvolle Arbeitsleistungen in entsprechenden Strukturen erbringen können.

Besonders prekär scheint im Zusammenhang mit der derzeitigen Diskussion, dass ein solches Problem, wie es nun bei der Telekom und der Post aufgetreten ist, mit entsprechend professionellem Workforce Planning lange im Voraus bekannt sein hätte müssen. Schließlich gehen gerade Qualifizierungs- und Vermittlungsprozesse nicht zu Tausenden vor sich, sondern auf Einzelpersonenebene. So wird klar, dass man hier offenkundig lange zugeschaut hat und jetzt vor einem scheinbar unlösbaren Problem steht.

Der Autor ist geschäftsführender Gesellschafter von Wentner & Havranek, Institut für Unternehmensberatung.