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Wehret den Anfänge(r)n!

Von Reinhold Aumaier

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Sommer 2000. Mehrtägiger Aufenthalt in einer Gastwirtschaft mit Fremdenzimmern in einem Landstrich, der anscheinend etwas anfälliger für gewisse Denk- und Redensarten war und ist. Beim Frühstück. Plötzlich, nach Lektüre seines Leib- und Magenblattes, schwingt sich der Wirt mit einem nicht gerade geflüsterten "Heil Hitler!" von seinem Stammplatz auf und verschwindet hinter der Schank. War das einer dieser Anfänge, deren man wehren sollte? Oder "nur" die Fortsetzung einer nie gänzlich entschlafenen, sondern bloß geschlummert habenden Ungeisteshaltung? - Ein paar Wochen zuvor. Ein anderes Wirtshaus in weltstädtischer Umgebung. Der Wirt isst Salat. "Ah, frische Gurken!" Drei Bissen. Dann, blöd in die Runde grinsend: "Die Grünen gehör'n vernichtet." Vor 70 und mehr Jahren hat sich in den Brauhäusern etwas zusammengebraut. Wir wissen, wie es endete. Heute flüchten sich die der(ab)art(ig) Nachgeratenen wieder zu den Wirt'n; und finden Ansprache und Zuspruch dort.

Ach ja - dass ich's nicht vergesse: Am Montag gab es im "Brennpunkt" wieder einmal was zu sehen zum nämlichen Thema. ORF 2 bringt einen Zusammenschnitt der Serie "Holokaust". Dass dieser Torso außerdem akustisch eingeösterreichert wurde, macht das eh schon kaum Erträgliche noch eine Spur unerträglicher. Der schauermärchenhaft tremolierende Sprecher Mathias Euba auch im "Report" die längste Zeit schon unangenehmst auffallend - hat hier gerade noch gefehlt. Folge 1 hieß übrigens "Menschenjagd" und handelte vom Beseitigen von Menschen. Man sah die entsprechend grausigen Bilder. Zeitzeugen berichteten. Auch wir sind (wieder) welche.