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Ein neues Angebot der Caritas richtet sich speziell an migrantische Mädchen.
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Wien. Handbeschriebene Zettel schmücken eine Wand im interkulturellen Mädchenzentrum Peppa. "Ich liebe Peppa, weil es niemals langweilig ist", steht auf einem Zettel. "Weil die Betreuerinnen nett sind", steht auf einem anderen. An junge Frauen von 10 bis 20 Jahren richtet sich das Freizeitangebot dieser Caritas-Einrichtung in Wien-Ottakring. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 etablierte sich das Zentrum als beliebter Treffpunkt für Mädchen mit Migrationshintergrund.
Nun wurde der Mädchen-Treff noch um individuelle Beratung erweitert. "Wir haben beim Miteinander der Mädchen gespürt, dass persönliche Gespräche nötig sind", erzählt Peppa-Teamleiterin Nina Stonitsch über die Beratung. "Es beginnt bei einfachen Fragen und endet mit Zwangsheirat", berichtet Martin Haiderer von der Caritas-Jugendarbeit.
Ein schüchternes türkischstämmiges Mädchen etwa wurde in der Klasse gemobbt, bekam schlechte Noten und zog sich völlig zurück. Mit Hilfe einer Betreuerin knüpfte die junge Türkin Kontakt zu anderen Schülern und wechselte die Schule. Wenn infolge familiärer Gewalt die schulischen Probleme zunehmen, kontaktieren die Betreuerinnen zuweilen auch auf Wunsch der Kinder deren Schullehrer und berichten von den Schwierigkeiten daheim. "Bisher haben alle Lehrer sehr betroffen reagiert", berichtet eine Betreuerin.
Kein Platz für Männer
Im Mädchen-Zentrum der geht es natürlich auch um Integration: 40 Prozent der Ottakringer haben Migrationshintergrund, alle betreuten Mädchen haben Wurzeln im Ausland, die meisten stammen aus der Türkei, andere kommen aus Serbien, Kroatien oder Ägypten. "Leider sehen die meisten ihren Migrationshintergrund als Defizit", sagt eine Betreuerin.
Für Männer ist hier am Nachmittag kein Platz. "Starke Frauen haben uns davon überzeugt, dass es dieses Angebot braucht", sagt Caritas-Geschäftsführer Werner Binnenstein-Bachstein. Mädchen, die keinen Zugang zu bestimmten Orten haben, könnten hier einen bunten Nachmittag verbringen.
Beliebt ist etwa die Schminkecke; manche Mädchen schminken sich vor dem Weggehen ab, weil das ihre Eltern zu Hause nicht gerne sehen. Man kann auch wuzzeln, Themenabende in der TV-Ecke verbringen, gemeinsam kochen und im Lernhilferaum die Hausübungen machen.
Frauenforscherin Petra Unger sieht Peppa in feministischer Tradition. In eigenen Mädchen-Treffs könnten sich junge Frauen selbstbestimmt, abseits etwa von der erotischen Komponente, entfalten und austauschen. Hier treffe sich die feministische Perspektive mit den Wünschen migrantischer Eltern, die es lieber sehen, wenn ihre Töchter den Nachmittag ohne Burschen verbringen.
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