(Weibliche) Gewinne bei FPÖ

Von Catherina May

Politik

FPÖ holt Rekord bei Landtagswahl in Salzburg und verzeichnet ein Plus bei weiblichen Stimmen.


Die FPÖ Salzburg verpasste mit ihrer Chefin Marlene Svazek bei der Landtagswahl in Salzburg nur knapp den Sprung auf den ersten Platz. So viele Wählerstimmen gab es in der Geschichte der Blauen in Salzburg noch nie. Die Freiheitlichen erreichten 25,7 Prozent und ein Plus von 6,9 Prozentpunkten. Seit 1949 sind sie im Landtag vertreten und erstmals bedeutet das Ergebnis für die Partei Platz zwei hinter der ÖVP.

Laut der Sora-Wählerstromanalyse wanderte ungefähr jeder fünfte ÖVP-Wähler von der Landtagswahl 2018 dieses Mal zur FPÖ. 40 Prozent der Stimmen bekam die FPÖ schon von früheren FPÖ-Wählern. Das restliche Plus setzt sich vor allem aus Stimmen von Wählern zusammen, die 2018 andere Parteien gewählt haben. Rund 30 Prozent kamen von ÖVP-Wählern. 17 Prozent der Nicht-Wähler von 2018 konnten sich bei der diesjährigen Landtagswahl aufraffen, um ihr Kreuz bei der FPÖ zu machen. Außerdem legten die Freiheitlichen in Gemeinden mit niedriger Corona-Impfquote stärker zu. Das wurde auch schon nach der Landtagswahl in Niederösterreich beobachtet.

Geschlechterschere bei Wählern schließt sich

Die Ibiza-Affäre hat von 2019 weg die FPÖ bundesweit in ein Tief gefahren. Doch die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen zeigen, dass sich die Partei wieder auf Kurs befindet und positive Wahlergebnisse erzielte. Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Tirol voriges Jahr sowie heuer in Niederösterreich, Kärnten und jetzt Salzburg bestätigen das. Die Salzburger FPÖ-Chefin Svazek holte am Sonntag mit ihren 25,7 Prozent noch mehr Stimmenanteile als Udo Landbauer im Jänner in Niederösterreich (24,2 Prozent) und Erwin Angerer im März in Kärnten (24,5 Prozent).

Überraschend ist: Immer mehr Frauen wählen die FPÖ. Im Jahr 2018 entschieden sich 12 Prozent der Frauen dafür, die Freiheitlichen zu wählen. Heuer waren es fast doppelt so viele. Generell scheint es bei den FPÖ-Wählern keinen Geschlechterunterschied mehr zu geben. In Niederösterreich gilt dasselbe. Hier wählten im Jahr 2018 nur 9 Prozent der Frauen die Blauen - diesmal waren es 22 Prozent. Der Anteil der männlichen FPÖ-Wähler ist relativ gleichbleibend und bewegte sich nun ebenso wie 2018 in Niederösterreich und Salzburg zwischen 20 und 30 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei der Landtagswahl in Kärnten.

Rückenwind für Kickl im Bund

Nächstes Jahr stehen die EU-Parlaments- und die Nationalratswahl an. Mit dem Ergebnis der Salzburger FPÖ am Sonntag nimmt der Rückenwind für Bundesparteichef Herbert Kickl noch einmal deutlich zu, betonte Politikberater Thomas Hofer. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) startet am Dienstag mit den Sondierungsgesprächen, den Anfang macht die FPÖ.