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Weihnachten hat begonnen

Von Stefanie Holzer

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Am Samstagabend brachte 3sat (20.15 Uhr) den ersten Teil des weihnachtlichen Schnitzler-Schwerpunktes: Das Theater in der Josefstadt zeigte die altbekannte Geschichte über eine kleine "Liebelei"

zwischen einem jungen Mann aus besserem Hause (Michael Heltau) und einem anständigen jungen Mädchen (Marianne Nentwich), das gegen alle selbstverordnete Leichtlebigkeit · wir stellen keine Fragen! ·

die große Liebe erlebt. Gertraud Jesserer spielte in dieser Inszenierung aus dem Jahr 1969 die Modistin Mizzi: Auf den ersten Blick eine schwer aushaltbar ordinäre Person; umso ergreifender war beim

zweiten Hinschauen, wie Jesserer eine vom Leben gezauste und enttäuschte Frau darstellte, deren jugendliches Äußeres über die greisenhaft alte, endgültige Hoffnungslosigkeit ihres Lebens nur

hinwegtäuscht.

Merkwürdig war, dass 3sat den Schnitzler-Abend nicht zur Hauptabendsendezeit um 20.15 Uhr begann, sondern die Schnitzler-Dokumentation mit Hellmuth Karasek schon um 19.20 Uhr ansetzte. Ein Mangel

auch, dass der Nachspann das Entstehungsjahr verheimlichte. Wenn historische Inszenierungen gezeigt werden, müssen sie so präsentiert sein, dass sie einzuordnen sind.

Wem der Sonntag-Morgen-Termin für "Das weite Land" mit O. W. Fischer und Ruth Leuwerik zu früh war, der sei getröstet: Dieser ebenfalls 30 Jahre alte Film wird demnächst am Abend wieder ausgestrahlt.

Schöne Fernseh-Weihnachten!