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Wenn Blauen grün vor Augen wird

Von Edwin Baumgartner

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"De blede grüne drecksau gehört zruckbudat und aum herd gspritzt", steht da. Ein anderer meint: "Grüne sind inkonsequent! Sie befürworten doch Pädophilie! Wieso dann diese Aufstände wenn ein katholischer Pfarrer ihre Forderungen umsetzt?" Die Antwort: "sind ja auch schon alles Kanacken!!" Worauf jede Hemmung fällt: "hängt die grünen solange es noch bäume gibt".

Facebook hat Seiten, auf denen man seinen Hass abreagiert, zweifellos. Aber der Ort, wo das stundenlang (am Dienstag mindestens bis 11.45 Uhr) stand, war der offizielle Facebook-Auftritt von FPÖ-Obmann HC Strache.

Keines der Postings stammt von ihm selbst, es gibt weder eine Antwort von ihm noch ein "Like". Tatsache ist aber, dass der Administrator von Straches Facebook-Auftritt einen Aufruf zum Mord mindestens sieben Stunden lang unangetastet ließ.

Politische Gegnerschaft in allen Ehren, und dass die Grünen jedem sympathisch sind, verlangen nicht einmal sie selbst. Man darf auch nicht von jedem Facebook-Poster eine sachliche Auseinandersetzung erwarten. Wenn Strache nun aber - erwartungsgemäß - von linken Provokateuren spricht, kommt er doch um die Beantwortung einer Frage nicht herum: Wie kann es sein, dass der Aufruf zum Mord an Mitgliedern und wohl auch Wählern einer gegnerischen Partei stundenlang stehen bleibt? Wenn nicht der Administrator selbst einer der Verschwörer ist, wird es sehr schwer, die FPÖ hier in der Opferrolle zu sehen.