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Ein Abend vor dem TV-Gerät · das gehört allerorts zum Alltag. Spätestens bei der "ZiB 1" sitzt die versammelte Familie davor und lauscht andächtig. Störende Zwischenfragen über komplexe
Themen werden in verblüffender Kürze und Vereinfachung beantwortet, öfters jedoch schlichtweg ignoriert. Doch spätestens beim Hauptabendprogramm scheiden sich die Geister. Die banale Frage "Was
spielt's?" erfährt die zugegebenermaßen plumpe, allerdings wahrheitsgetreue Antwort "Wie immer · nichts!". Kann man denn "Callboy" (ORF 1), "Amor · Todesspiel aus Liebe" (SAT.1), "Mammamia" (3sat)
oder "Oscar hat die Hosen voll" (Kabel 1) · um das Dienstagabend-Programm als Beispiel zu nehmen · einfach so abtun? Und Dokus wie "Kanzler · Helmut Schmidt" (ZDF) oder "Universum · Die Eis-Wale"
schlichtweg unter den (Fernseh-)Tisch fallen lassen?
Man kann! Denn interessant wird es immer dann, wenn der Körper einfach nicht mehr mitmacht und seine Portion Schlaf fordert. Das bildet man sich als geübter TV-Zuseher zumindest ein. Oder aber in der
Arbeitszeit. Da flimmert die Lieblingssendung der Pflegeheimpatienten (wie ich durch "Am Schauplatz" gerade noch in einem halbwachen Zustand erfuhr) tagtäglich über die Bildschirme. "Reich und schön"
heißt diese Kultsendung, die mir schon Nanni Morettis "Liebes Tagebuch" ans Herz gelegt hatte. Gesehen habe ich sie bislang nicht, doch früher oder später werde auch ich reif dafür sein.
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