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Zumindest ein Gutes hat die Krise an der Burg: Die Geldsorgen der österreichischen Bundestheater, über die Jahre immer gleich vorgebracht und darum zunehmend achselzuckend, wenn nicht gar mit einem süffisanten Grinsen zur Kenntnis genommen ("Was wollen’s? Die schaffen’s ja eh noch!"), erheischen endlich wieder das gebührende Interesse.
Nicht nur darum war Dominique Meyer am Dienstag Aufmerksamkeit sicher. Der Staatsoperndirektor hatte davor einen Tropfen Öl in den züngelnden Alarmismus gegossen: Sollte er gezwungen sein, ein Minus zu verantworten, würde er seinen Posten räumen, hieß es sinngemäß in "News".
Eine Rücktrittsdrohung? Nein, ein Warnruf, sagte Meyer am Dienstag: Er habe nur die Alarmglocke läuten wollen und beruhigte: Meyer glaube an eine Lösung der Probleme; es liefen schon Gespräche mit Minister Josef Ostermayer.
Übertrieben hat Meyer den Ernst der Lage freilich nicht: Während der Bund die Subventionen unbarmherzig deckelt, steigt der Druck wie in einem Kochtopf an: Mit real schrumpfenden Budgets müssen die Bundestheater auch die jährlichen Lohnsteigerungen bedienen - der Staat tut’s nicht. "Wir bekommen die Rechnungen, aber nicht das Geld", sagt Meyer - und das, obwohl sein Haus mustergültig wirtschafte, Österreichs Prestige mehre und nicht zuletzt für geschätzte 200.000 Wien-Nächtigungen verantwortlich zeichne. Tja: Irgendwann, so Meyer, sei das alles nicht mehr zu machen. Bleibt zu hoffen, dass der in Burg-Belangen bisher erfolgreiche Ostermayer auch dafür eine Lösung findet. Bis Juni braucht die Staatsoper jedenfalls ein Budget für die nächste Saison.
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