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Fünf von sechs Firmen sichern ihr Exportrisiko nicht ab. | Forderungsvermögen in Bilanz größter Vermögensposten. | Wien. Es gibt den Spruch: "Der Kunde ist König." Was aber passiert, wenn der König nicht zahlt? Mitunter Gravierendes: Im schlimmsten Fall muss ein Unternehmen wegen eines zahlungsunfähig gewordenen Kunden selbst den Gang zum Insolvenzgericht antreten, wenn es gegen Forderungsausfälle nicht versichert ist.
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Ludwig Mertes, Vorstand des österreichischen Kreditversicherers Prisma, eines Unternehmens der Kontrollbank, verdeutlicht das Problem im Interview mit der "Wiener Zeitung": "Fällt ein großer oder in einem regionalen Umfeld wichtiger Abnehmer, werden andere Firmen mitgerissen." Er spricht von einem Domino-Effekt. "Aus einer deutschen Studie geht hervor, dass über ein Drittel aller Insolvenzen unmittelbare Folgeinsolvenzen sind."
Eine alltägliche Gefahr
Das Risiko von Forderungsausfällen wird meist unterschätzt. Mertes: "Das Forderungsvermögen ist bei fast allen Firmen die größte Vermögensposition in der Bilanz, oft aber nicht versichert - im Gegensatz zu anderen Vermögenswerten wie etwa dem Betriebsgebäude oder dem Warenlager." Laut Mertes ist jedoch gerade bei Geschäften im Ausland das Risiko von Forderungsausfällen in der Regel am größten.
In Österreich wird nahezu die Hälfte des Bruttosozialprodukts durch Warenexporte erwirtschaftet - 2006 lag der Anteil bei 43 Prozent. "Fast jeder zweite Euro wird durch den Export verdient", betont Mertes. Im Vorjahr stieg das heimische Exportvolumen in Summe auf mehr als 100 Mrd. Euro. Rund 30.000 Firmen haben laut Wirtschaftskammer dazu beigetragen. "Kreditversichert waren davon allerdings nur 4700 bis 4800", schätzt Mertes. "Das heißt: Fünf von sechs Firmen in Österreich sichern ihr Exportrisiko nicht ab." Zu den Gründen sagt Mertes: "Zum einen ist es grosso modo die Unkenntnis, dass man sich versichern kann, und zum anderen gibt es auch Unternehmen, die sich zwar damit befassen, im Abwägen von Prämie zu möglichem Nutzen der Sicherheit aber sagen: Da sparen wir uns lieber die Prämie."
Der gesamte Kreditversicherer-Markt in Österreich ist daher mit einem Umsatzvolumen von zirka 122 Mio. Euro noch immer relativ klein, obwohl die Branche seit der Jahrtausendwende jährlich um 8 bis 9 Prozent gewachsen ist. Mit 39 Prozent Marktanteil ist die Prisma derzeit die Nummer zwei, knapp hinter dem Marktführer Coface (gut 40 Prozent). Daneben gibt es zwei kleinere Anbieter, Atradius und die ÖKB-Versicherung.
Laut Mertes hat die Prisma, die mittelfristig Nummer eins werden will, aktuell 1650 Versicherungsnehmer und ein gezeichnetes Obligo von 13,7 Mrd. Euro. Für ihre Kunden überwacht sie laufend auch die Kreditwürdigkeit von deren Kunden - rund 100.000 Firmen sind ständig auf dem Monitor. "Wenn bei seinem Kunden etwas am Kochen ist, wird der Versicherungsnehmer gewarnt", erklärt Mertes.
Beim Vertrieb kooperiert die Prisma auch mit den Banken. Mertes: "Jede Bank ist daran interessiert, dass ihr Kreditnehmer kreditversichert ist, weil es ihr eigenes Kreditengagement absichert."
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