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Wenn Kult zum Ulk verkommt

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Als Austria Klagenfurt und Austria Salzburg die Erste Liga zu Saisonstart bereicherten, damit gleich sechs Landeshauptstädte in Österreichs zweithöchster Spielklasse vertreten waren, war die Euphorie groß. Man erwartete sich steigendes Zuschauerinteresse, manche sprachen gar von der kultigsten Erste Liga aller Zeiten. Doch wäre es nicht so traurig, könnte man nun eher von einer der ulkigsten Ligen sprechen. Keine Frage, der Meister wird ein würdiger sein, wer immer es wird, und derzeit deutet alles auf den SKN St. Pölten hin, wird sich den Aufstieg sportlich verdient haben. Dennoch muss der Wert der Liga in Frage gestellt werden: Der Slogan von der Ausbildungsplattform für junge Talente bewahrheitet sich nur bedingt - in der Herbstsaison kamen heimische U22-Spieler auf ein Fünftel aller Einsatzminuten -, eine Mannschaft - der erstaunlich schwache FC Liefering - darf aufgrund seiner Nähe zu Red Bull nicht aufsteigen, die Hälfte der Liga kämpft mit finanziellen Problemen, der Abstieg wird nicht nach rein sportlichen, sondern auch nach wirtschaftlichen Kriterien durch die Insolvenz Austria Salzburgs entschieden. Die Stadionmisere hat nicht nur zu dieser Pleite mit Anlauf geführt, sondern auch zu jener Absurdität, dass die Fans der Salzburger und Wacker Innsbrucks zum Westderby am Freitag nun ins ferne Wien pilgern dürfen, weil einzig der FAC-Platz als Ausweichstadion in Frage kommt. Obwohl bisher noch keine konsensfähige bessere Lösung für das Ligenformat gefunden wurde, darf die Bundesliga diese Zeichen nicht mehr übersehen. Denn auch Zustände wie diese haben mittlerweile schon eine zu lange Kultur.