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Er könne, sagte Burkhard Spinnen in seiner Funktion als Juror beim diesjährigen Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, mit Krimis nichts anfangen, weil es ihn überhaupt nicht interessiere, wie sie ausgehen; es sei ihm völlig gleichgültig, wer der Mörder ist. Nun bietet ein guter Krimi allerdings viel mehr als bloß die Lösung eines Rätsels mit tödlichem Ausgang - wie vergleichsweise an einem guten Fußballmatch ja nicht allein das Resultat interessiert, sondern vor allem das dem Endergebnis vorangehende Spiel. Deshalb können zum Beispiel TV-Krimis (selbst dann, wenn in ihnen kein Mord passiert oder der Mörder unentdeckt bleibt) gut und spannend sein - vorausgesetzt, dass sie 90 Minuten lang ein interessantes Fernsehspiel bieten.
Freilich hängt fast alles von den Drehbüchern ab, um deren Qualität es im Allgemeinen leider nicht viel besser bestellt ist als um jene der in Klagenfurt präsentierten Texte. Dies führt zum Beispiel dazu, dass am Samstagabend die Kommissarin Bella Block ihr vertrautes Hamburger Terrain verlassen und zwei Wochen in Irland verbringen musste - vorgeblich, um dort Urlaub zu machen. In Wahrheit jedoch stürzte sie der Drehbuchautor in eine höchst unglaubwürdige, an St. Patrick's Haaren herbeigezogene Kriminalhandlung, deren Verlauf junge Connemara-Ponys, altertümliche Sehenswürdigkeiten und kuriose Eingeborene kreuzten. Die Dialoge aber waren in ein diffuses Gefühlsgemisch aus neuirischer Naturmystik und jungfernhaftes Herzeleid getaucht, so dass man nicht umhin konnte anzunehmen, Rosamunde Pilcher hätte das Ganze redigiert. Übrigens, der Mörder war diesmal der Pfarrer.
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