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Wer öfter fragt, zahlt mehr

Von WZ Online

Wirtschaft
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Kundendaten werden in ein bankenübergreifendes Register eingetragen. | "Konsument"-Test: Bauspardarlehen günstiger als Hypothekarkredite. | Wien. Wer bei mehreren Banken zu Vergleichszwecken ein Kreditangebot einholt, verschlechtert sich dadurch unter Umständen auch seine Bonität, warnt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in der jüngsten Ausgabe des Magazins "Konsument". Die Kundendaten werden in ein bankenübergreifendes Register aufgenommen, in welches auch die Konkurrenzinstitute einsehen können.


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"Bereits das allein kann nach Informationen der Banken die Bonität verschlechtern - ungeachtet dessen, ob man vom ersten Institut abgelehnt wurde oder nicht", so der VKI.

Ein anonymer Test des Verbrauchermagazins kommt weiters zu dem Ergebnis, dass ein Wohnbaukredit mit einem Bauspardarlehen derzeit günstiger ist als ein Hypothekarkredit. Am Beispiel eines Wohnbaukredites für einen 35-jährigen Kreditnehmer über 100.000 Euro und mit einer Laufzeit von 20 Jahren fällt die Gesamtbelastung bei den Bausparkassen um gute 10.000 Euro geringer aus als bei den Banken. Auch sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern geringer. Die Gesamtbelastung bei den Bausparkassen liegt zwischen 140.500 und 142.000 Euro, bei den Hypothekendarlehen der Banken zwischen 150.000 und 155.000 Euro.

"Abgesehen davon sorgt bei den Bauspardarlehen ein Zinslimit von maximal sechs Prozent für ein begrenztes Risiko. Denn diese sind derzeit zwar so günstig wie nie, doch auch die Zinsen werden wieder einmal steigen", so Walter Hager, VKI-Projektleiter im Bereich Finanzdienstleistungen.

Der Grund für die größeren Unterschiede bei den Bankkrediten dürfte darin liegen, dass sich die Banken ihre Kunden genauer ansehen. "Bei den Hypothekarkrediten bekommt derjenige, der ein höheres Einkommen und mehr Sicherheit vorweisen kann, günstigere Konditionen. Beim Bauspardarlehen sind die Konditionen dagegen für alle, deren Bonität gut genug ist, gleich. Lediglich bei den zusätzlichen Sicherheiten, wie etwa Ablebensversicherungen, kann es je nach Bonität zu leichten Unterschieden kommen", so Hager.

Zum Unterschied zu den Bausparkassen, die ihre Zinsen einmal jährlich an die Marktentwicklung anpassen, tun dies die Banken häufig quartalsweise. "Bei sinkenden Zinsen ist das ein Vorteil für Bankkreditnehmer, da Senkungen rascher weitergegeben werden. Bei steigenden Zinsen - wie sie jetzt vermutlich eher zu erwarten sind - haben Bausparkunden einen Vorteil, da die Zinsen für ein Jahr eingefroren werden."