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Wer zu spät trifft, den bestraft die Fifa

Von Christoph Rella

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Es ist ein Tor, das man sich gern ein paar Mal in der Wiederholung ansieht. Wer das Türl von Schwedens Zlatan Ibrahimovic - erzielt am Mittwoch in der 91. Minute gegen England - nicht gleich auf YouTube gefunden hat, kam nicht darum hin, es in einem der gefühlten Millionen Postings auf Facebook serviert zu bekommen. Ein Traumschmaus.

Allein, einen Stern in Form des begehrten "Tor des Jahres"-Titels wird der Schütze für seine hohe Kunst nicht bekommen. Grund: Ibrahimovic sah und siegte zwar 4:2 - allerdings kam das Tor für die Torrichter der Fifa zu spät. Oder der Fußball-Weltverband war einfach zu schnell dran, als er am Mittwoch wenige Stunden vor dem Tor die Liste für die Kandidaten für das "Tor des Jahres" veröffentlichte.

Mit dabei sind die üblichen Verdächtigen: Lionel Messi etwa oder Neymar. Aber selbst neue Namen wie die Mexikanerin Olivia Jimenez. Je nachdem, wer von ihnen die Internet-Abstimmung gewinnt, darf am 7. Jänner zur Fifa-Gala nach Zürich jetten, um dort den sogenannten Puskas-Preis entgegenzunehmen.

Das hätte auch Ibrahimovic sein können - wenn man ihn nur gelassen hätte. Wie kommt die Fifa überhaupt darauf, die Kandidaten für diesen herzeigbaren Titel einfach so bei einem Kaffeekränzchen - noch dazu an einem hochfrequentierten Länderspieltag wie den Mittwoch mit immerhin mehr als 30 Partien (!) - zu beschließen und bekanntzugeben?

Manchmal lohnt es sich ja doch, etwas zu warten. Zwar kam auch das Tor des Schweden sehr spät. Aber die paar Stunden hätte man sich bei der Fifa noch Zeit lassen können. Denn jedes Spiel, auch das Ringen um das "Tor des Jahres", sollte eine Nachspielzeit bis Ende November kennen. Es aber so früh abzupfeifen ist da nicht wirklich fair.