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Werbefilm für kosmischen Konsum

Von Eva Stanzl

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Lange war das All Experten exklusiv vorbehalten. Nur Astronauten der Weltraumbehörden durften ihn bereisen. Doch am Dienstag soll ein Filmteam in kosmische Höhen abheben, um auf der Internationalen Raumstation ISS einen Liebesstreifen zu drehen, in dem ein Kosmonaut wegen einer Erkrankung nicht zur Erde zurückkehren kann und eine Ärztin zum Außenposten der Menschheit geschickt wird. Der erste Spielfilm im All sei Teil eines "einzigartigen wissenschaftlichen und pädagogischen Projekts", bei dem gezeigt werden solle, dass Raumflüge "für immer mehr interessierte Laien möglich" seien, gab die russische Raumfahrtagentur Roskosmos bekannt. Betuchte interessierte Laien, sollte hinzugefügt werden. Russland will mit Weltraum-Touristen Geld verdienen. Mit den USA setzt sein wichtigster Kunde auf private Raumfähren - kürzlich brachte die US-Firma SpaceX sogar die erste Laien-Crew ins All und zurück. Roskosmos punktet mit Erfahrung: Schon 2001 bis 2009 flog die Agentur zahlungskräftige Amateure in eine Umlaufbahn. Heute kostet ein Platz im Sojus-Raumschiff zur ISS bis zu 50 Millionen US-Dollar, Milliardär Yusaku Maezawa will das Angebot im Dezember wahrnehmen.

Der neue Film "Herausforderung" hat wenig mit US-Blockbustern wie "Krieg der Sterne" zu tun. Nicht im Studio, sondern vor Ort gedreht, soll er Personen, die alle Plätze der Welt besucht haben, vor Augen führen, was sie im Kosmos erwartet, und dabei Russland im Rennen um ein hochexklusives Konsumgut positionieren.