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Peter Westenthaler dürfte sich die Sache mit seiner Rücktrittsdrohung wohl anders vorgestellt haben. | Heute, Freitag Abend, Schlag 21.20 Uhr auf ORF2, wird sich die Fernseh-Nation vor der Glotze versammeln, um aus Peter Westenthalers eigenem Mund Auskunft über das weitere politische Schicksal des BZÖ-Obmanns zu erfahren.
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Man muss allerdings kein großer Prophet sein, um Westenthalers höchstwahrscheinliche Entscheidung vorwegnehmen zu können: Der orange Frontmann wird bleiben, wo und was er ist.
Dabei haben die orangen Funktionäre und die tonangebende Kärntner Landesgruppe alles getan, um Westenthaler den Abschied von der Politik leicht zu machen. Dass die Partei um seinen Verbleib an der Spitze gebettelt hätte, wäre eine haltlose Übertreibung. Die Kärntner konnten gar nicht oft genug betonen, dass es ihnen völlig egal ist, wie ihr Bundesparteichef in Wien sich entscheidet. Und es dauerte bis zum gestrigen Donnerstag, dass sich sämtliche neun Landesobleute dazu aufraffen konnten, den Chef zum Bleiben aufzufordern. Geballte Rückendeckung schaut definitiv anders aus.
Sollte Westenthaler es mit seinem lauten Nachdenken über einen Rückzug aus der Politik auf einen Spannungsaufbau für sein ORF-Sommergespräch abgesehen haben, ist ihm das wohl gelungen. Dem BZÖ wurde in den Medien so viel Platz wie schon lange nicht mehr eingeräumt. Dass dabei die Partei selbst in vielen Fällen zum politischen Nullum erklärt wurde - was soll´s, Hauptsache man kommt überhaupt vor!
Persönlich geht Westenthaler ganz sicher geschwächt aus dieser Debatte hervor. So deutlich hat noch selten eine Partei ihrem Obmann die Zuneigung verweigert.
Dass es sich der orange Formal-Frontmann tatsächlich allein aussuchen kann, ob er weitermachen will oder nicht, hängt mit dem völligen Desinteresse der Kärntner Partie an den Vorgängen außerhalb ihres Bundeslandes zusammen. Jörg Haider ist es schlicht egal, was das BZÖ im Rest Österreichs so treibt - zumindest solange seine Chancen für eine Wiederwahl als Kärntner Landeshauptmann - die Wahlen sind spätestens im Frühjahr 2009 fällig - nicht gefährdet sind.
Der Job des orangen Bündnis-Obmanns scheint aus südlicher Perspektive sogar so unattraktiv, dass sich nicht einmal einer von Haiders Mannen nach Wien bemühen will. Offensichtlich reichen da nicht einmal jene 13.640 Euro monatlich als Motivation, die man als Klubchef im Parlament aufs Gehaltskonto überwiesen bekommt.
Peter Westenthaler wird also weitermachen, politisch nach innen und außen noch schwächer als zuvor. Auch die existenziellen Problemen, vor denen das BZÖ steht, bleiben gleich. Hinter der politischen Sinnfrage der Orangen außerhalb Kärntens steht nach wie vor ein großes Fragezeichen.
Und das gilt auch noch immer für Westenthaler selbst. Immerhin droht ihm eine Anklage wegen falscher Zeugenaussage im Zusammenhang mit der Prügelaffäre in der Wahlnacht. Seite 4
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