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Wie jetzt, Frauen machen auch Filme?

Von Christina Böck

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Nicht ganz unpolemisch, was französische Filmemacherinnen da kürzlich in "Le Monde" geschrieben haben. "Das Festival von Cannes 2012 erlaubt es Wes, Jacques, Leos, David, Lee, Andrew, Matteo, Michael, John, Hong, Im, Abbas, Jen, Sergei, Cristian, Yousry, Jeff, Alain, Carlos, Walter, Ulrich, Thomas, ein weiteres Mal zu zeigen, dass Männer bei Frauen Tiefe zu schätzen wissen - allerdings nur bei ihrem Dekolleté".

Diese lakonische Tirade bezieht sich auf den Umstand, dass diesmal in Cannes alle 22 Filme im Wettbewerb von Männern stammen. Unterschrieben wurde der offene Beschwerdebrief von Coline Serreau ("Drei Männer und ein Baby"), Virginie Despentes ("Baise-Moi") und Fanny Cottencon. Im Internet haben sich bereits mehr als 1000 Unterstützer angeschlossen. Eher nicht darunter sein wird Berenice Béjo, die Schauspielerin, die mit "The Artist" berühmt geworden ist. Sie moderiert die Eröffnungszeremonie, was die Autorinnen des Schreibens mit dem sarkastischen Satz "Frauen sind perfekte Gastgeberinnen, die man mit einem einfachen ,Was hast du für schöne Augen!‘ glücklich macht" quittieren. Der Festivalleiter Thierry Frémaux antwortete, dass er nicht daran denke, eine Frauenquote in Cannes einzuführen, und überhaupt sei das ein generelles Problem im Film, es reiche nicht, nur das Festival in Cannes anzuklagen, man müsse das das ganze Jahr über thematisieren.

Da hat er schon recht, der Monsieur Frémaux - aber irgendwo muss man eben auch einmal damit anfangen. Und hier bietet es sich nun einmal am Präsentierteller an.