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Wie süß ist das denn!

Von Christina Böck

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Die Aufwecklimonade macht einiges mit in diesem Sommer. Erst wurde die Werbekampagne, bei der man angeben durfte, mit wem man seine "Coke" trinken wolle, Ziel des Hohns. Als nämlich bekannt wurde, dass es eine Schwarze Liste gibt, auf der all die Worte stehen, die besser nicht auf einer Colaflasche stehen sollen - die man also nicht angeben darf. "Mohammed" zum Beispiel, aber auch "Furz" oder Stalin, Mussolini und Hitler. Ebenfalls tabu waren Worte, die im Coca-Cola-Universum nicht so gern gehört werden, wie "Zucker" oder "Diabetes".

Nun hat die Künstlergruppe Dies Irae an diesem wunden Punkt eingehakt. Und ein Werbeplakat für das mit dem Zuckerersatz Stevia gesüßte "Coke Life" verfremdet. Sie wehrt sich damit dagegen, dass auf dem Plakat durch die grüne Aufmachung suggeriert wird, dass diese Brausenvariante gesünder und natürlicher sei.

Weil Untersuchungen gezeigt haben, dass auch die grün verkleidete Cola eine Zuckerbombe ist, zeiht Dies Irae den Konzern auf ihrem Guerilla-Plakat der Lüge. Deswegen wurde aus Coke Life hier Coke Lie. Und der neue Slogan lautet: "Nur noch 11 Würfel Zucker!" (Statt 18, wie in der ehrlich ungesunden Version).

Fragt sich, ob Coca Cola die Aktion lieber war, die in diesem Sommer durch die Social Media schwappte: die "holdacokewithyourboobschallenge", in der Frauen eine Coladose in der Mitte ihrer Brüste fixierten. Die Challenge sollte angeblich das Bewusstsein für Brustkrebs steigern. Die Dosen hielten natürlich besonders bombenfest bei, nun ja, optimierten Brüsten. Insofern ja wieder konsequent: von Natürlichkeit auch hier keine Spur.