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Wie wienerisch sind Wiener Hotels?

Von Beatrix Neiss

Wirtschaft

"Hotels, die als klassische Familienbetriebe geführt sind, haben in Zukunft eine geringe Überlebenschance", betont Ingrid Zingrosch, Direktorin des Hotels "Kummer" im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Auch das Kummer ist schon lange kein Familienbetrieb mehr im eigentlichen Sinn.


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Bereits seit 1955 wird es von der "Austria Hotelbetriebs-AG" geführt, und diese ist wiederum zu 100% in den Uniqa-Versicherungskonzern eingebettet - "aber das braucht der ausländische Gast nicht zu wissen. Unsere Gäste wollen echt wienerisch wohnen - und das bieten wir ihnen" - so lautet der Unternehmensleitspruch von Ingrid Zingrosch.

Die konzernmäßige Anbindung an diverse Online-Reservierungsdienste - wo der Kunde bereits mit dem Flugticket das Hotel bucht - schafft ebenfalls einen "enormen Wettbewerbsvorteil im Kampf um Nächtigungen und Gäste." Geht man die Mariahilfer Straße entlang, stößt der einkaufshungrige Gast in Wien fast unweigerlich im "Grätzel" Neubaugasse, Café Ritter und Generali Center auf das Hotel Kummer. Das Haus hat bereits eine lange Geschichte hinter sich: Einst als so genannter Einkehrgasthof "Zum Goldenen Kreuz" im 17. Jahrhundert erbaut, wurde es 1870 abgerissen und als Hotel neu errichtet. Der Gastwirt Michael Kummer eröffnete im Jahre 1872 das "Hotel Kummer" und ließ es später, 1904, nach Plänen von Ludwig Schwarz in der heutigen Form aufbauen. Das Hotel entpuppte sich als Künstlertreff für Wiener Literaten, Maler und Schauspieler. Der stilvolle Familienbetrieb "Kummer" wurde noch bis ins Jahr 1955 weitergeführt. Zu diesem Zeitpunkt erwarb die Austria Versicherung AG über die "Austria Österreichische Hotelbetriebs-AG" das Hotel.

Heute wird es laut Ingrid Zingrosch als "Kummer Austria Hotels International" geführt und ist im Uniqa-Konzern zu 100% verwoben.

Für das "Kummer" und alle anderen verbundenen Hotelbetriebe gilt die Devise, dass der Kunde den Anspruch "wienerisch wohnen" mit allen Serviceleistungen geboten bekommt. Die Qualität des Hauses zeichnet sich dadurch aus, dass jedes Hotel "ein eigenes Flair" besitzt. Dies wird durch die Hoteldirektion gefördert, indem auf die individuellen Wünsche der Gäste vor Ort eingegangen wird.

Ebenfalls markant für das Kummer ist, dass die steigende Bedeutung von reisenden Business Women als weitere Zielgruppe erkannt wird: "Wir machen keinen Unterschied, ob jetzt ein Geschäftsmann oder eine Geschäftsfrau bei uns bucht", betont Zingrosch und führt weiter aus: "Jedes unserer 100 Zimmer ist in einem anderen Stil ausgestattet. Wir können es uns erlauben, bereits bei der Zimmerplanung auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen." Ohne starken Konzernhintergrund wäre diese Flexibilität allerdings auch für das Kummer nicht gegeben. Um so besser ist die hoteleigene "Vernetzung" an weltweite Online-Reservierungssysteme zu verstehen: Das Kummer arbeitet mit Steigenberger Nord Systems, die anderen Austria Hotels benutzen den UTELL-Online-Dienst.

Wie ist nun das Procedere für die ausländischen Gäste, die Wien als Destination per Internet wählen? "Die Kunden buchen uns sozusagen mit dem Airline-Ticket bzw. geben sie mit dem Kauf eine bestimmte Hotelkategorie an - in unserem Fall ein Vierstern-Hotel - und haben damit automatisch ihr Hotelzimmer in Wien reserviert", erklärt Zingrosch. Online-Buchungen erreichen einen Anteil von rund 6% am Gesamtumsatz oder 2.000 Nächtigungen pro Jahr. "Sollte eine Überbuchung vorliegen, finden die Gäste sofort in einem verbundenen Hotel, z.B. Hotel de France oder Hotel Prinz Eugen, eine adäquate Unterkunft", sagt Zingrosch.

Für die Hoteldirektorin ist es offensichtlich, dass der Markt für Online-Reservierungen "noch lange nicht gesättigt ist." Auch im Falle von Stornierungen ist diese Methode direkter und einfacher. Die Abrechnungen laufen alle über die Kreditkartennummer.

Was kann sich eine erfolgreiche Hoteldirektorin für die Zukunft wünschen? "Vielleicht noch mehr Service für unsere Gäste - und das Erzielen eines höheren Durchschnittspreises."

5. und letzte Folge: Reisebüros in Wien